Vietnam || Saigon – Moderne trifft auf französischen Kolonialstil

Hello Ho Chi Minh City! Good morning Saigon! Ho-Chi-Minh-Stadt war früher bekannt als Saigon und beeindruckt mit Wahrzeichen aus der französischen Kolonialzeit, wie das Hauptpostamt aus dem 19. Jahrhundert oder die nebenan liegende Notre-Dame-Basilika, die ausschließlich aus von Frankreich importierten Materialien besteht. In Saigon kann man die bewegte Geschichte von Vietnam Kennenlernen und erahnen, wie sich dieses Land entwickelt hat. Von den quirligen Straßen über französische Prachtbauten bin hin zu super Modernen Wolkenkratzern kann man sich aus der Geschichte in die Moderne tragen lassen. Für Besucher ist der Stadtbezirk 1 mit seinen Sehenswürdigkeiten der größte Anziehungsmagnet. Die Nguyen Hue Straße ist eine echte Flaniermeile an der sich neben dem Rathaus auch das Hotel Rex befinden und nur wenige Gehminuten zur Notre-Dame-Basilika oder dem Opernhaus. Bei bestem Wetter haben wir uns eine ganz touristische Hop on Hop off Tour gegönnt, um so trotz tropischem Klima alten und Modernen Sehenswürdigkeiten von Saigon zu bewundern. Natürlich herrscht auch in den Straßen von Sagion ein wildes Treiben und zahllose Roller bevölkern die Straßen. Ihr wollt den Wahnsinn beobachten? Dann stellt euch zur Rushhour an den Verkehrskreisel, direkt vor dem Starbucks New World an der Straße Phạm Hồng Thái. Es ist einfach unglaublich, wie viele Menschen unterwegs sind.

Rathaus

Am nördlichen Ende von Nguyen Hue befindet sich das ehemalige Rathaus, ein Kolonialbau aus dem Jahre 1906 und wohl das absolute Musterbeispiel an französischer Baukunst in Saigon. Hinter korinthischen Säulen, klassischen Figuren und Fensterläden, die der Öffentlichkeit leider nicht zugänglich sind, ist heute das Volkskomitee untergebracht. Eine Statue von Hồ Chí Minh mit einem kleinen Kind auf dem Schoß wacht über den kleinen Park vor dem Gebäude und ist ein beliebtes Motiv bei Touristen aber auch Hochzeitspaaren. Direkt vor dem Rathaus nimmt der Strom aus Motorrollern, Autos und Fahrrädern auch am Abend kein Ende. Es ist eine sehr belebte Stelle.

Bitexco Financial Tower mit Skydeck

Bis zum Jahre 2011 war der Bitexco Financial Tower mit seiner Höhe von 265,5 Meter das höchste Gebäude in Vietnam. Mittlerweile ist er von dem Keangnam Hanoi Landmark Tower in Hanoi abgelöst worden aber dadurch nicht weniger beeindruckend für den Besucher von außen aber auch von innen. Ein Skydeck bietet einen wunderbaren Blick über die Stadt. Wir entschieden uns für die Heineken Tour mit Zugang zu einem höhere gelegenen Stockwerk, Geschichte über Heineken, mehrere Biere und Zugang zum Skydeck. Im Internet findet man unterschiedliche Tipps, zu welcher Zeit man am Besten das Skydeck besucht. Am Tag hat man natürlich einen super Blick über die Stadt und den Trubel auf den Straßen. Am Abend und bei Sonnenuntergang erlebt man ein ganz besonderes Schauspiel. Weiter unten werdet ihr ein paar ganz wunderbare Aufnahmen vom Sonnenuntergang und der beginnenden Dunkelheit mit den Lichtern von Saigon finden.

Notre-Dame-Basilika

Die zwischen 1877 und 1883 aus Backstein errichtete neoromanische Kathedrale Notre-Dame mit ihren 40 Meter hohen Türmen ist eines der bedeutendsten Kolonialgebäude von Saigon und gleichzeitig das Zentrum der katholischen Kirche in Südvietnam. Die Kathedrale Notre-Dame befindet sich am Nordende von Dong Khoi. Lange Zeit war sie das absolute Wahrzeichen für Saigon. Jeden Sonntag und an Feiertagen werden Messen gehalten, die so gut besucht sind, dass kaum noch Platz für die Gläubigen vorhanden ist. Zudem werden die Messen in englischer Sprache gehalten. An dieser Stelle treffen Tradition, Geschichte und Moderne perfekt aufeinander. Ein altes, wundervolles Bauwerk, dass auch Notre-Dame des Ostens genannt wird, steht im Kontrast zu der spiegelnden Glasversade des Diamond Plaza. Rund um den Vorplatz, mit einer Statue der Jungfrau Maria, vermischen sich Straßenverkehr, Foodständen, frische Kokosnüsse und Touristen.

Hauptpostamt

An der Dong Khoi und direkt neben der Notre-Dame-Basilika liegt das zwischen 1886 und 1891 errichtete Hauptpostamt. Abgesehen von einer Renovierung und Modernisierung der Schalter erfolgten seit der Entstehung fast keine Änderungen und man taucht ein, in ein Stück Geschichte. Die Stahlkonstruktion im Inneren des Gebäudes ist ein ganz besonders Stilelement und wurde vom französischen Ingenieur Gustave Eiffel entworfen. Von einem riesigen Gemälde in der Halle aus wacht Hồ Chí Minh über die Arbeit der Postangestellten. An den Schaltern können historische Briefmarken gekauft werden und Landkarten von Sagion und Südvietnam zieren die Seitenwände.

Opernhaus

Das Opernhaus oder auch bekannt als Saigon Municipal Opera House, ist eines der schönsten Kolonialbauten von Saigon und wurde 1899 fertiggestellt. Es liegt nördlich am Dong Khoi, direkt neben dem Hotel Continental und nur wenige Schritte vom Rathaus entfernt. Die Mauern stecken voller Geschichte und erzählen die bewegte Vergangenheit von Vietnam in den letzten 100 Jahren von der Kolonialzeit über Politische Veränderungen bis hin zu Modeschauen und Konzerte in der jüngeren Vergangenheit. Für mich ist es eines der schönsten Gebäude in Saigon.

Hotel Continental Saigon

Gleich rechter Hand von dem Opernhaus befindet sich mit über 130 Jahren das älteste Hotel und wohl auch eines der berühmtesten Hotels in Saigon und der Welt, das Hotel Continental Saigon. Mit der weißen Fassade, dem rotierenden Globus und seinen ockerfarbenen Dach war das Continental einst eine Bastion der feinen französischen Gesellschaft, wurde zur Kulisse für zahlreiche Filme und zählt auch heute noch zu den renommiertesten Adressen der Stadt. Wir haben uns den Spaß gemacht und mal die Hotelpreise pro Nacht recherchiert. Eine Nacht liegt hier bei ca. 100 Euro aufwärts. Für Vietnam sehr stolze Preise, für uns Europäer eher Durchschnitt. Im Nachhinein hätten wir uns eine Nacht in diesem historischen und so wunderschönen Continental gönnen sollen.

Wiedervereinigungspalast

Am westlichen Ende des Le-Duan-Boulevards liegt der Wiederverinigungspalast in einer weitläufigen Parkanlage. Der weiß getünchten Betonbau steht auf dem Gelände des früheren Norodom-Palastes, einer prachtvollen Kolonialgebäude aus dem Jahre 1871, das dem Generalgouverneur von Indochina als Residenz diente. Nachdem dem Abzug der Franzosen im Jahr 1954 wurde es zum Präsidentenpalast. Im Februar 1962 wurde das Gebäude bei einem Attentat so schwer beschädigt, dass es abgerissen werden musste. Das heutige Gebäude wurde 1966 fertig gestellt und wurde Unabhängigkeitspalast genannt. Nach der Eroberung des Südens im Jahr 1975 wurde es dann in Wiedervereinigungspalast umbenannt. Unser Besuch lag kurz vor dem Tết Nguyên Đán, kurz Tết, dem wichtigste vietnamesische Feiertag. Der Vorplatz des Wiedervereinigungspalast wurde zur für den Tết mit zahllosen Blumen aufgehübscht.

Kriegsopfermuseum

Ein Besuch im Kriegsopfermuseum gehört zu den Dingen, die man machen sollte, um Land und Leute besser zu verstehen. Gute Nerven braucht man jedoch auch. Die Grausamkeit der vergangenen Kriege wird hier in zahlreichen Fotografien zur Schau gestellt. Gänsehaut und Tränen in den Augen bleiben da nicht aus. Dieses wundervolle Vietnam hat eine sehr grausame Vergangenheit. Angefangen bei 1000 Jahren Besatzung durch Japan über die Kolonialzeit der Franzosen bis hin zum Vietnam Krieg mit den USA waren die Vietnamesen eigentlich kein freies Volk. Generationen liebten unter Besatzern und der Kampf, um das nackte Überleben, muss den Alltag der Menschen beherrscht haben. Nicht nur einmal musste ich mit den Tränen und der Wut über so viel Grausamkeit kämpfen. Man hört auch auf, sich über Hund und Katze auf der Speisekarte zu ekeln wenn man versteht, das Verhungern die einzige Alternative gewesen wäre. Ein Gefühl der Ohnmacht ergreift einen wenn man die Bilder von Kindern während der Kriegsjahre und den Folgen von Agent Orange sieht. Das ich nie Krieg erleben musste und mein Leben in Frieden führen darf ist für mich selbstverständlich aber das höchste Gut, das unsere Gesellschaft hat. Wir müssen es schützen und dafür einstehen! Trotz oder gerade wegen ihrer Vergangenheit voller Leid und Not sind die Vietnamesen ein besonders freundliches und sehr glückliches Volk. Die heranwachsende Generation sucht den Vergleich mit dem Westen und geht neue Wege.

Das Historisches Museum war eine Station auf der Hop on Hop Off Tour, die wir so gar nicht auf dem Schirm hatten. Im Museum wird die kunsthistorische und über 2000 jährige Geschichte von Vietnam dargestellt und es sind zahlreiche Skulpturen und Alltagsgegenstände, zum Teil von Ausgrabungen, zu sehen. Besonders sehenswert ist auch die Pagode. Direkt daneben befindet sich auch der Eingang zum Zoo. Für einen Besuch hat unsere Zeit leider nicht mehr gereicht.

Food in Saigon

Ein kleiner Geheimtipp ist das Secret Cottage Restaurant mitten im Herzen von Saigon. Das Grab setzte uns an der angegebenen Adresse direkt vor einem Souvenir oder Hut Laden ab. Wir hatten uns zuvor auf TripAdvisor informiert und durchquerten ziel gesteuert den Verkaufsraum und gelangten zu einer Treppe ins Obergeschoss. Dort fanden wir das wunderschöne Secret Cottage Restaurant. Es bietet eine Moderne vietnamesische Küche und wir waren hin und weg. Für unseren letzten Abend in Sagion hätten wir kein besseres Restaurant finden können.

Das Cau Ba Quan ist bekannt aus den Netflix Serien „Somebody feed Phil“ und „Ugly Delicious“ und wohl schon lange kein Geheimtipp mehr. Vietnamesische Küche trifft hier auf Cajun, der typischen Küche des US-Bundesstaates Louisiana. Heraus kommt ein super leckerer Mix mit Seafood und unbekannten Geschmäckern! Man sitzt auf sehr kleinen Plastik Stühlen auf dem Gehweg mit Blick auf einen Seitenarm des Saigon River. Für uns Europäer ist die Görpergröße bei solchen Restaurants immer wieder eine kleine Herausforderung. Wir haben uns die Empfehlungen des Hauses und Gerichte wie den Happy Salad, die in der Serie vorgestellt werden, bestellt. Alles war sehr lecker! Mit Chopsticks ist es jedoch gar nicht so einfach Garnelen und Mais zu essen. Wir haben dann doch mit den Händen nachgeholfen und dazu noch ein leckeres Bier getrunken.

Unser erstes und verdammt leckeres Koreanisches BBQ hatten wir im Gogi House Nguyễn Thái Học. Wir haben auf Gut Glück eine der Kombinations Platten bestellt und waren von der Fleischauswahl sehr positiv angetan. Zugegeben, wir haben uns bestimmt beim Grillen und mit den Chopsticks etwas ungeschickt angestellt. Mit einem Blick nach Rechts und Links haben wir uns bei den anderen Gästen abgeschaut, wie man mit den ganzen Beilagen ein Gericht kreiert. Das Personal war super aufmerksam! Unsere Grillplatte wurde regelmäßig ausgetauscht und unser Fleisch auch gerne mal gewendet oder fachmännisch mit der Scherer zerteilt. Das Zeichen für uns, dass wir nun essen sollten. Das Gogi House ist wohl ziemlich neu und bietet auf drei Etagen sehr viel Platz. Das koreanische BBQ war das teuerste Essen auf unserer Reise. Umgerechnet haben wir mit BBQ, Beilagen und Getränken ca. 24 Euro bezahlt. Das ist absolut in Ordnung!

Ein Besonderes Highlight an der Nguyen Hue sind die The Apartment Cafes. Auf den Stockwerken des ehemaligen Wohnhauses verteilen sich Restaurants, Cafes und Shops, die mit ihren Balkonen einen Ausblick auf die Nguyen Hue, die Pracht und Flaniermeile von Saigon sowie die Skyline zu bieten haben. Von dem sehr gespenstischen Treppenhaus, das sich auf der linken Straßenseite befindet, sollte man sich nicht abschrecken lassen. Wer keine Treppen laufen möchte, der kann den Aufzug gegen eine kleine Gebühr verwenden und sich diese bei einem der Restaurants verrechnen lassen. The Apartment Cafes scheint noch ziemlich neu zu sein. Wir fanden nur wenig Info im Internet und auch keinen Lageplan am Gebäude selbst. Wir haben uns von oben nach unten durchgearbeitet und uns immer die Karten bei den Restaurants und Cafes durchgelesen.

Ziemlich weit oben findet ihr das Orientea mit einem sehr großen Angebot an Teesorten, welche das Herz von Teeliebhabern bestimmt höher schlagen lassen. Der Balkon bietet eine wunderbare Aussicht, die wir mit einem erfrischenden Eistee genossen haben. Das Treiben auf der Nguyen Hue und den umliegenden Straßen aus der Vogelperspektive zu beobachten hat es uns echt angetan.

Das Dosh bietet in einer verblüffend instagram tauglichen Umgebung verschiedene und verrückte Freakshakes an, die mit umgerechnet ca. 3 Euro für lokale Verhältnisse schon eher teuer sind. Angeboten werden neben Kaffee auch Smoothies, Doughnuts und Kuchen. Perfekt für einen mittleren Zuckerschock am Nachmittag. Hier trifft man die Schönen und Hippen der Stadt.

Einmal Buger Bitte! Im Chucks Burger genossen wir amerikanische Küche und verewigten uns ebenfalls an der Wand im Erdgeschoss. Nach fast zwei Wochen plagte vor allem den Mann der Drang nach einem Burger und Essen ohne Stäbchen. Später sollten wir auch dem KFC noch einen Besuch abstatten. Für den Moment fanden wir Chucks Burger super passend und sehr lecker! Bestellt wird mit einer kleinen Checkliste und das Essen dann an den Tisch gebracht. Wir ergatterten einen Platz auf dem kleinen Balkon mit Blick auf die Straße.

Im Cheese Lab – Cheese & Tea haben wir uns an drei verschiedenen Käsekuchen versucht. Einer davon sogar mit der weit verbreiteten Durian. Super lecker und eine sehr schöne Location!

Über den Dächern von Saigon

Mit ein paar besonders tollen Bildern vom Skydeck im Bitexco Financial Tower mit einem atemberaubenden Blick über die Dächer von Sagion möchte ich meinen Beitrag abschließen. Wir hatten eine wunderbare Zeit in dieser sehr beeindruckenden Stadt. Hier treffen die Geschichte von Vietnam auf die Moderne und Zukunft. Alte Häuser, französische Prachtbauten und gläserne Wolkenkratzer ergeben eine unglaublich spannende Mischung. Man spürt den westlichen Einfluss besonders im Stadtzentrum und rund um die Nguyen Hue. Saigon hat so viel zu bieten und einen besonderen Charm. Haben wir uns zu Beginn unserer Reise in Hanoi mitten in den asiatischen Trubel geworfen, so findet unsere Reise mit Saigon einen guten Übergang zurück nach Europa.

Folgt mir auf unserer Reise durch Vietnam:

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