New York || Mein Fotokurs mit Citifari in SoHo

New York City! Diese Stadt hat mein Herz mit ihrer Vielfältigkeit, Größe, Kreativität und Lebhaftigkeit erobert. Gemeinsam mit Pabschd flog ich im Dezember 2016 für eine ganze Woche nach New York. Für ihn war es der erste Besuch und für mich bereits der zweite. Ich freute mich sehr darauf, die Stadt wieder zu sehen. Im November feierte ich mit Familie und Freunden meinen 30ten Geburtstag und wünschte mir einfach Geld für unserer Reisekasse. Ein Geschenk hat mich gänzlich aus den Socken gehauen. Anna ist eine meiner langjährigsten Freundinnen und hat bewiesen, wie gut sie mich kennt. Sie hat mir einen Fotokurs mit Citifari geschenkt. Ich war sowas von den Socken! Mit ihrem Gutschein konnte ich mir aus dem Angebot einen Fotokurs und einen passenden Tag aussuchen. Liebe Anna, ich bin so glücklich über dein Geschenk und den Fotokurs! Du hast total ins Schwarze getroffen! Entschieden habe ich mich für the citifari SOHO photo tour. Freitag Morgens wartete ich am Angelika Theater auf unseren Guide. Pabschd konnte ich gegen eine kleine Gebühr als „Nicht Fotograf“ mitbuchen. Ein schwarz gekleideter Mann kam auf mich zu und stellte sich als Ciro vor. Er wäre mein Guide für heute. Ich war leicht nervös und fragte ihn, wie viele Leute noch zu dem Kurs kommen würden. Er antwortete: „Du bist heute die einzige Teilnehmerin“ WOW! Ehrlich? Was ein Glück! Der Kurs in SoHo wurde mit einer Dauer von 3 Stunden angekündigt. Am Schluss waren wir mit Ciro etwas über 4 Stunden in SoHo unterwegs und ich kam in den Genuss, eines privaten Fotokurs mit einem sehr erfahrenen Fotografen. Wir hatten direkt einen guten Draht zu einander. Er erzählte uns von dem Leben in New York, wie er zur Fotografie gekommen ist und wie oft er schon auf Wacken gefeiert hat. Noch heute folgen wir uns alle auf Instagram und es freut mich ganz besonders, wenn er meine Bilder liked.

Der Fotokurs war sehr abwechslungsreich aufgebaut. In Summe bekam ich 10 Aufgaben, die ich fotografisch lösen sollte. Mit Hilfe von einem Tablet wurden mir manchmal sehr abstrakte Aufgaben gegeben oder Perspektiven, die ich im Straßenbild suchen musste. Zu Beginn wollte Ciro wissen, ob ich beim fotografieren bestimmte Schwächen hätte, damit er darauf besonders achten könne. Meine erste Aufgabe war das Suchen von Linien in einem Gebäude. Ich merkte schnell, dass ich noch nie bewusst darauf geachtet hatte und es stellte sich für mich als echte Herausforderung dar. Andere Aufgaben gingen mir sehr gut von der Hand, da ich bereits in diese Richtung beim Fotografieren unterwegs war. Ich lernte aber auch viel neues hinzu. Eine Botschaft von Ciro blieb mir ganz besonders im Gedächtnis. In einer Stadt wie New York fotografieren alle Menschen immer das gleiche. Man kann dieses 0815 Touristenfoto machen, gar kein Thema, aber es ist langweilig! Versuch doch einfach etwas mehr Zeit und Geduld zu investieren und einen ungewöhnliche Perspektive zu finden. Das macht dein Bild spannender und einzigartiger. Einen kleinen Einblick in den Fotokurs, die Aufgaben und meinen Ergebnissen möchte ich euch heute geben. Am Ende findet ihr noch mein Fazit mit ein paar allgemeinen Infos. Spoiler: Ich bin restlos begeistert!

Ungewöhnliche Perspektive auf das Straßenbild mit Unschärfe im Vordergrund

Das Licht einer Ample als Auge in der Reklame inszenieren

Reflexion eines Gebäudes in einer Pfütze
ISO 200 || Blende 5,6 || Belichtung 1/80 Sek

Etwas Geduld braucht man auf den belebten Straßen schon, um einen Moment zu erwischen, in dem das Wasser in der Pfütze ganz ruhig ist. Natürlich braucht man auch eine Pfütze. Bei diesem Bild sollte ich nicht nur ein typisches Gebäude von SoHo finden sondern nach Möglichkeit auch den Wassertank auf dem Dach in die Reflexion einbringen. Ich ging um die Pfütze herum, probierte verschiedene Winkel und bin mit einem meiner ersten Gehversuche sehr zufrieden. Mittlerweile bin ich schon ganz automatisch auf der Suche nach spannenden Reflexionen.

Vorbeigehende Passanten
ISO 200 || Blende 5,6 || Belichtung 1/60 Sek

Eine Aufgabe, die Fingerspitzengefühl und das richtige Timing erfordert. Ich sollte vorbeigehende Passanten einfangen. Idealer Weise verschwimmt ihre Bewegung in der Unschärfe während der Hintergrund gut zu erkennen ist. Die Menschen in New York sind bereits so daran gewöhnt fotografiert zu werden, dass auch kein einziger komisch reagiert hat. Wir standen in einer Gasse und warteten auf Passanten. Sobald einer kam musste ich ganz schnell sein. Manche blieben sogar stehen, um mir nicht ins Bild zu laufen. So rücksichtsvoll! Ich lächelte dann freundlich und bat sie darum, einfach weiter zu gehen, da ich genau eine solche Szene fotografieren wollte.

Eine typische Ecke in New York mit Backstein Gebäuden, Feuertreppen, Werbung als Steetart und einem Wassertank. Diese Perspektive auf Gebäude gefällt mir sehr gut. Für mich ist ein blauer Himmel dann aber zwingend notwendig, um einen guten Kontrast zu erzeugen.

Streetart

Meine nächste Aufgabe sollte in einem Gebäude sein. Ich war irritiert, wir können doch nicht einfach da rein gehen? Ciro ging voraus und wir liefen durch ein sehr teuer aussehnendes Restaurant, das gut gefüllt war, um dann im Foyer eine Skulptur zu fotografieren. In der Tat nahm niemand von uns Notiz. Wir wurden im Restaurant nicht als Störung wahrgenommen und auch beim fotografieren blieb keiner stehen oder fragte nach unserem Grund hier zu sein. Meine Aufgabe war, die Skulptur eines Kopfes mit dem Raum in ein spannendes Bild zu bringen. Dabei lernte ich, dass es in New York und speziell in SoHo absolut normal ist, mit einer Kamera bewaffnet die Gebäude zu betreten. Durch die große, kreative Szene gehören Fotografen zum Straßenbild.

Schattenbilder
ISO 100 || Blende 5,6 || Belichtung 1/320 Sek

Eine besondere Herausforderung war die Suche nach Schatten. Hier kommen so viele Dinge zusammen. Man braucht erstmal Sonne, um auch Schatten zu haben. Das Straßenbild ändert sich so rasend schnell, dass man sehr wachsam sein muss und erstmal beobachtet. Wie fließt der Verkehr, woher kommen die Fußgänger und wo findet sich ein spannender Schatten. Angeboten hat sich ein Fahrrad. Dieser Schatten war mein Ausgangspunkt und ich musste wachsam meine Umgebung beobachten, um einen guten Moment zu erwischen. Ein typisches Straßenbild mit Passanten und Autos bilden einen schönen Rahmen zu dem Fahrrad mit seinem Schatten. Bewegung und Trubel im Hintergrund sind ein schöner Rahmen zu diesem kleinen Stillleben.

Ein Zebrastreifen bietet sich ebenfalls super an, um Schatten zu fangen. Da man erstmal nur auf eine Richtung achten muss, ist es etwas leichter den richtigen Moment abzupassen. Schnell muss man auf jeden Fall sein! Mit der Zeit lernt man einzuschätzen, ob der nächste Schwung an Passanten geeignet ist. Es macht mehr Sinn nur wenige Personen auf dem Zebrastreifen zu haben. Es heißt also auch hier, abwarten und Geduld haben, das Straßenbild beobachten und immer schön die Ampel im Blick behalten. Sobald die Fußgänger grün haben laufen Sie los. Okay, in New York laufen die Einheimischen auch bei Rot. Zugegeben, das erhöht natürlich die Chance auf einzelne Menschen mit ihrem Schatten. Super hätte ich ein Skateboard oder ein Fahrrad gefunden. Leider hatte ich dahingehend kein Glück. Beim Fotografien auf der Straße muss man eben nehmen, was man bekommt und schnell sein ohne den Fokuspunkt im Bild zu verlieren.

Subway
ISO 200 || Blende 5,6 || Belichtung 1/80 Sek

Bei einer Aufgabe sollte ich aus dem Zugang einer Subway Station heraus auf die Straße fotografieren. Hier hatte ich ziemliche Mühe meine Kamera richtig einzustellen. Es ist natürlich auf der Straße deutlich heller als in der Subway. Auch musste sich ein spannendes Bild aus vorbeieilenden Passanten ergeben. Diese waren aber immer so nett und wollten mir nicht ins Bild laufen. Daher bin ich eigentlich nur mit einem Ergebnis richtig zufrieden. Dabei habe ich den Handlauf der Treppe in den Fokus gerückt. Mit Unschärfe arbeite ich richtig gerne und bin mit diesem Bild sehr zufrieden. Enttäuscht bin ich aber nicht, dass mir die eigentliche Aufgabe nicht glücken wollte. Ich werde es einfach immer wieder versuchen und vielleicht habe ich dann bald ein ähnliches Ergebnis wie Ciro. Übung macht schließlich den Meister und Lightroom kann helfen!

Straßenschilder in die Kulisse von Gebäuden einbinden fand ich eine sehr ungewöhnliche Aufgabe. Diese Idee war für mich neu und ich ging etwas unsicher an die Umsetzung. Es kommt wieder auf die richtige Perspektive an. Diese musste ich erst finden und dazu muss man sich bewegen. Fotografieren kann auch bedeutet, dass man seine Knie benutzen muss oder sich auf den Boden legt. Je Steiler der Winkel, desto höher war die Chance, die Aufgabe umzusetzen. Die eigene Körpergröße und das Objektiv sind ebenfalls wichtige Faktoren.

Streetart

Bewegungsunschärfe
ISO 200 || Blende 8 || Belichtung 1/40 Sek

An der Straßenecke stehend sollte ich die vorbeifahrenden Autos in den Fokus nehmen und die Kamera mit ihnen bewegen um die Autos selbst im Fokus zu behalten und die Umgebung zu verwischen. Eine sehr spannende Aufgabe, bei der es ziemlich hilfreich ist, wenn sechs Augen nach den beliebten gelben Taxis Ausschau halten. Nach wenigen Versuchen hatte ich den Dreh grundsätzlich aus. Jetzt war wieder Geduld gefragt, um dann im richtigen Moment die Kamera zur stelle zu haben. Bewegungsunschärfe finde ich sehr spannend!

Ein Fahrradfahrer bietet sich für solche Spielereien natürlich auch an!

Streetart

In dieser Szene sollte ich eine Person, die vor dem Kaffee auf der Bank sitzt, in den Fokus rücken und die vorbeigehenden Passanten in ihrer Bewegung einfangen. Zuerst war es mir etwas unangenehm, die einzelne Person auf der Bank zu fokussieren. Dann erinnerte ich mich aber daran, dass wir ja in New York sind! Es dauerte nicht lange, und ich hatte die Aufgabe umgesetzt.

Scheiben, Schaufenster und spiegelnde Oberflächen bieten sich ganz hervorragend an, um einen ungewöhnlichen Blick auf eine Reflexion zu finden. Wir haben versucht, das One World Trade Center in der Scheibe eines Cafes an der Ecke einzufangen. Damit vereint man gleich mehrere Besonderheiten, die eine Spannung beim Betrachten des Fotos erzeugen. Ein komplett anderer Blickwinkel auf ein beliebtes Motiv oder Objekt und den optischen Effekt, mit einer Spiegelung. Dazu muss man sich nur mit offenen Augen umschauen und nach einem ganz ausgefallenen Winkle suchen. Wer möchte, der kann auch immer einen Spiegel in der Tasche haben und eine Fotostrecke damit umsetzten.

Reflexion
ISO 200 || Blende 5,6 || Belichtung 1/50 Sek

Bei diesem Bild konnte ich ein Taxi im Schaufenster einfangen. Es ist auf den ersten Blick gar nicht so einfach, die vielen Ebenen logisch zusammen zu bringen und das Auge muss einfach verweilen. Egal ob es um Sehenswürdigkeiten oder Selfies geht. Sich einmal umzuschauen, eine spieglende Oberfläche zu suchen und damit etwas zu experimentieren lohnt sich unbedingt! Ich nutze diesen Effekt super gerne den es freut mich ungemein, wenn mir ein ganz besonderes Bild gelingt.

Mit der Anweisung aus den Türgriffen etwas besonders zu machen, stand ich also grübelnd vor dieser Tür. Zwei sehr schöne Griffe mit feinen Details. Das Material ist mittlerweile durch Wind und Wetter gezeichnet. Ich probierte verschiedene Winkel, Unschärfe, Details und das große Ganze. Am Schluss fand ich es spannend, dass meine zwei Begleiter sich in der Scheibe spiegelten und die Türgriffe in ihre gesamten Schönheit zu sehen sind.

„What is she thinking?“

Noch mehr Streetart. Gefühlt findet man an jeder Straßenecke ein kleines Kunstwerk. Dafür habe ich einfach eine besondere Schwäche. Für solche Kleinigkeiten oder spontane Fragen, wenn sich mir eine Situation anbot, die ich so gerne fotografieren wollte, war genug Zeit vorhanden.

Computertasten
ISO 800 || Blende 2,8 || Belichtung 1/25 Sek

Meine letzte Aufgabe war wieder ein Highlight! Ciro zeigte mir das fertige Bild auf seinem Tablet und ich sollte herausfinden, wo diese Tasten sind. Ich grübelte etwas. Mein Bauch sagte mir, dass diese Tasten nicht auf der Straße sondern in einem Raum sind. Er bejahte dies, öffnete eine Tür und wir liefen erneut in ein Gebäude. Vorbei am Concierge stiegen wir eine Treppe hoch und standen vor einer Wand, die komplett mit alten Computertasten übersäht war. Eine grandiose Idee!

Linien in Gebäuden zu finden fällt mich noch immer nicht so leicht. Intuitiv richte ich die Fotos schon oft richtig aus, jedoch konnte ich bisher nicht erläutern warum. „Just keep the Horizont!“ Eine simple Anweisung, die absolut zutreffend und wichtig ist. Irgendwie wollte es mir bei dieser Aufgabe schlicht nicht gelingen, die Spitze des Gebäudes weiter rechts im Bild zu platzieren.

Haus an Haus

Mein Fazit:
Ich kann den Fotokurs mit Citifari ehrlich empfehlen an alle, die Interesse haben an neuen und kreative Ansätzen um die eigene Fotografie weiterzuentwickeln. Die Aufgaben fand ich spannend und sehr abwechslungsreich. Mein Guide war ein echter Volltreffer! Super entspannt und fachlich topfit vermittelte Ciro mir viele Impulse, mit denen ich merklich meine Art zu fotografieren verbessern konnte. Ich konnte viele Tipps für mich mitnehmen und direkt an den folgenden Urlaubstagen umsetzten. Wenn ich mir meine Fotos aus den letzten zwei Jahren anschaue, dann habe ich mich deutlich gesteigert und konnte neue Effekte in mein Repertoire übernehmen. So lasse ich mir deutlich mehr Zeit beim fotografieren, suche nach neuen Blickwinkeln und entdecke allerlei spiegelnde Oberflächen. Zum Foto Kurs sollte ich neben meiner Kamera und meinen Objektiven auch das Handbuch mitbringen. Da Ciro ebenfalls mit Canon fotografiert, konnte er mir jedoch direkt an meiner Kamera erläutern, auf welche Einstellungen ich achten soll. Durch meine Vorkenntnisse in Bezug auf ISO, Blende und Belichtungszeit konnte ich die notwendigen Einstellungen schnell umsetzten und mich auf die Szene und Umsetzung konzentrieren. Besonders viel Freude hatte ich dabei, Taxis zu jagen und die richtigen Momente einzufangen, in denen das Leben auf der Straße perfekt für ein Foto zusammengekommen ist.

Fotografiert habe ich mit der Canon Eos 550D und meinem Tamron SP AF 17-50mm 2,8. Die angegebenen Einstellungen von meiner Kamera können euch als Starthilfe dienen. Jedoch sind ISO und Belichtungszeit davon abhängig, wie viel Licht ihr gerade zur Verfügung habt. Lasst euch aber gesagt sein, Übung gehört dazu und mit etwas Aufmerksamkeit und Konzentration könnt auch ihr solche Bilder machen.

Hier findet ihr meine Reiseberichte zu New York:
New York City – Travel Diary #1
New York City – Travel Diary #2

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