The Return Of Rock’n’Heim 2014

Und so zogen Sie aus, ein Fest zu feiern, in Dreck zu Campen und raue Mengen an Fleisch und Bier zu vernichten. Die Luft war geschwängert vom Würstchendurft und die Füße stets etwas dreckig. Mein erstes Festival mit Gummistiefeln und die haben wir leider auch echt gebraucht. Aber nun mal langsam. Treffpunkt war dieses Mal schon 7 Uhr am morgen, dann fuhren wir mit viel zu vielen Autos und schon einigen Bierchen los. Lange mussten wir zum Glück nicht fahren und der Parkplatz war auch schnell angesteuert. Wir hatten voller Fleiß auch zügig unsere Zelte und Pavillons aufgebaut, die Kühlschränke mit Bier gefüllt und das Ortsschild fand auch noch seinen Platz. Wir waren angekommen.

Mein Line Up Plan gestaltete sich wie folgt:
Freitag
Donots
Die Antwoord
Billy Talent
Beatsteaks
Outkast
Deadmou5
Samstag
Broilers
Korn
Alligathoah
Skrillex
The Disco Boys
Jan Delay
Fritz Kalkbrenner
Sonntag
Egotronic
Imagine Dragons
Placebo
Die Fantastischen Vier
The Prodigy
Deichkind

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Das ich nicht alles geschafft habe war dann leider doch Tatsache. Warum? Viele Gründe. Einmal, wie dumm kann man bitte ein Line Up machen wenn sich gleich 3 geile Bands überschneiden? Dann habe ich auch ganz klassisch eine Band versoffen (Placebo) und Alligahtoah habe ich komplett vergessen. Was ich gesehen habe wurde dann aber auch gefeiert, gerne ohne Fotobeweis. In der ersten Reihe muss man schön alles beisammen halten und wir wollten es einfach wissen dieses Jahr. Nachdem die Zelte standen wurde es auch schon Zeit für das nächste Bier. Zusammen mit einer ganzen Handballmannschaft und den üblichen Feierfreunden dauerte es nicht lange, bis die ersten schon ein kleines Nickerchen gehalten haben. Ich selbst war nach einem Sprung in eine Pfütze leider ziemlich klatschnass und musste mich erstmal warm tanzen, aber das war ich mit Stolz! Halt schon dumm, wenn man sich neben eine Pfütze stellt um dem Fernsehpublikum von den katastrophalen Zuständen auf dem Festival zu berichten. Keine zweimal musste ich überlegen und bin einfach mal freudig von hinten angestürmt und neben der Dame in die Pfütze gehüpft. Sie war dann auch nass. Ich liebe es wenn ein Plan funktioniert.

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Für mich war ein persönliches Highlight gleich zu Beginn Billy Talent. Schon 2009 am Ring habe ich die Jungs abgefeiert und erfreute mich auch dieses Mal bester Gesellschaft. Etwas im noch entspannten Pogo aufwärmen und freudig auf und ab springen. Die Beatsteaks waren dann der nächste Brecher. Leider etwas Regen von oben aber dennoch nicht weniger Freude im Herzen. Passend zu „Hey Joe“ waren wir dann selbigen suchen. Er ging aufs Klo und durfte dann nicht mehr in den Wellenbrecher rein.

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Einen kurzen Abstecher zu The Antwoord hatten wir zuvor auch noch gemacht. Musik an sich schon oki, die Tussi halt sau durch aber bleiben konnte ich einfach nicht, ich musste ja zu Billy Talent! Da die Bühnen dieses Jahr anders angeordnet wurden war es auch noch zusätzlich gleich ein Erkundungsgang. Bitte stellt die Bühnen wieder wie beim ersten Rock’n’Heim. Es war übersichtlicher, besser abzulaufen und es gab nicht so viele enge Stellen. Mein Rekord waren 10 Minuten inklusive Essensbeschaffung von Evolution zur Revolution Bühne. Da war ich aber auch alleine und musste keine Rücksicht nehmen.

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Wo letztes Jahr noch Shorts und ein leichtes Shirt ausgereicht haben war ich dieses Jahr fast nie ohne meinen heißgeliebten Armee Parka anzutreffen. Ich war Teil einer sehr verbreiteten Feierarmee, auch wenn nur meine Parka einen tollen Ghostbusters-Patch zur Schau getragen hat. Was letztes Jahr mein Batmanshirt war, so war dieses Jahr der Parka ein Highlight. Und by the way, es gab echt viel zu viele Batmannmenschen dieses Jahr^^ Dabei bin doch ICH de Batmann!

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Outkast! Vor Deadmou5 das große Must-Be am Freitag. Unsere Jungs kannten so gut wie jede Textzeile, ich wartete auf die mir bekannten Arschwackellieder und erfreute mich an meinem Platz in der ersten Reihe. Auch wenn so mancher Reporter der Meinung war, das ein gewisser Jan die bessere Show geliefert hätte, so war der sau falsch gewickelt! Wenn die Crowd so abgeht und jedes Lied feiert, dann ist die Show überragend. Mein Männlein hat es dann auch geschafft immer für Biernachschub zu sorgen. Läuft! Für Deadmou5 haben wir unseren Platz nicht aufgegeben und somit bis in die frühen Morgenstunden die First Row gerockt. Den blauen Fleckenwettbewerb hat eine Freundin locker gewonnen.

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Etwas Nacktschneckenperspektive. Mit einem Bier und Handbrot haben wir es uns mal kurz gemütlich gemacht. Pause muss sein, immerhin war der Freitag ein so langer Festivaltag, dass der Samstag erst mit Korn so richtig in Fahrt gekommen ist. Ich schwöre, wir haben 2 Handbrote bezahlt aber 4 abgegriffen, danach sind wir dann seeehhhrr schnell gelaufen

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„Von denen Kennst du doch gar kein einziges Lied!“ Denkste! Donots waren die Lieblingsband einer Schulfreundin und ich habe dadurch schon so das eine oder andere Lied gekannt. Und generell, wenn eine Band rockt dann tanz! Man muss nicht immer alles kennen, ich lasse mich gerne mitreißen, scheiß doch auf die Musikstreber!!!

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Sonntag und Finaltag war der betrunkenste von allen. Wie jedes Jahr war am Morgen noch viel zu viel Bier vorhanden. So habe ich schon um halb acht nach dem Duschen mit Bier angefangen und bis Nachmittags war ich mit der Flasche Lillet fertig und konnte noch beim Havanna helfen. Die Fotos sind also nicht Kinderfrei. Dennoch haben wir es irgendwie pünktlich zu Imagine Dragons geschafft und Kabelbinder konnte ich für die GoPro auch noch auftreiben. Recht schnell fanden wir dann den Weg ins Pall Mall Haus und blieben dort zur wilden Tanzorgie hängen. Ich wurde einmal umgerissen und landete sehr unsanft auf dem Arsch, wir waren wieder mal in der First Row bei The Prodigy *AUA* und ich danach dann alleine bei Deichkind. Die Show war einfach so geil, da wollte ich von Anfang an da sein. Wieder mit Bier und Handbrot hielt ich ein kleines Picknick ab und freute mich auf die ersten Takte. Wie viele Menschen ich auf dem Festival kennen gelernt habe? Sau viele und alle waren dann genau an der Cocktailbar, vor der ich stand. Auf dem Heimweg zum Zelt dann noch ein paar Pfälzer getroffen und unheimliche Dixikloerlebnisse gemacht. Wir waren wie letztes Jahr auch wieder auf dem Preferred Camping, Strom, Klos, Duschen, Bäume und der kurze Weg zum Festivalgelände sind mir das teurere Ticket definitiv wert gewesen! Unser Haufen war dann aber auch weit und breit das dreckigste Campingplatz von allen. Für euch noch ein paar wunderschöne Impressionen unserer kleinen Zeltstadt.

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Und jetzt warten wir wieder nur darauf, dass die Tickets für unseren Campingplatz im Verkauf auftauchen. Denn auch wenn es von Jahr zu Jahr etwas anstrengender wird und ein Tag zur vollständigen Regeneration nicht mehr ausreicht, wir kommen wieder! Vielleicht mit etwas weniger Bier und Stadionwürstchen aber definitiv wieder mit genau den selben Nasen. Weil wenn du aufs Maul fällst und dir jeder sofort die Hand reicht und panisch „Chrissy!“ ruft, dann ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass du gerne gesehen bist. Mal schauen wer von unseren Nachbarn wieder aufschlägt. Auch hier haben wir einige Freundschaften geschlossen und sogar bekannte Gesichter wieder gesehen.

Ich schreie laut danke an die Feierfreunde und an Rock’n’Heim, wir sehen uns 2015 wieder!!!

Vorfreude und Erinnerungen || festival fieber [part #1]
Die Packliste || festival fieber [part #2]
Rock’n’Heim 2013 || festival fieber [part #3]

9 Kommentare

  1. Klingt ja nach einem gelungenen Wochenende. Ich muss ja gestehen, dass ich aufm Hurricane nicht einmal betrunken war, weil wir einfach vollkommen ungeplant waren und 2,5 km zum Parkplatz doch bisschen ätzend waren für kaltes Bier ausm Kühlakkuschrank. 😀
    Ansonsten hab ich auch mindestens 2446 Bands verpasst, aber Donots hab ich auch gesehen. Einfach ne super Band! Alligatoah ist auch der Hammer. Schade das du den verpasst hast! Ansonsten hätte ich mir dein Line Up genauso angetan. 😉

    Liebe Grüße

    • Oh je laufen zum Bier ist wirklich anstrengend, da braucht man ja Wegbier! So viel trinke ich oft gar nicht, nur Sonntags lassen wir es laufen, schließlich will ich nicht schon Freitag Abend tot sein. Ich werde mal schauen, ob der nette Alligatoah nicht sogar mal zu uns auf Tour kommt, gesehen hätte ich ihn so gerne aber mir stand ein Bier im Weg :-)))

    • Wie toll, genau das habe ich mir bei den Verwüstungsbildern auch gedacht und genau die machen doch das Feeling erst so richtig aus! Einmal nichts aufräumen und alles liegen lassen. Mir fehlt nur die sonntägliche Müllschlacht zum ganzen Glück :-))

  2. Klingt amtlich! Gut gemacht, so muss das sein.
    Immer feste drauf und "nicht ins Gesicht"!

    Irgendwie vermisse ich die Festival-Feierei ja schon ein bisschen… hm.

  3. Hehe, bei Musikstreber habe ich mich sofort angesprochen gefühlt 😀 Ich trinke ja eh keinen Alkohol mehr, aber auch früher habe ich mich auf Festivals zurückgehalten (und erst abends das ein oder andere Bierchen getrunken). Als Musikstreber war mein Line up Plan einfach viel zu anstrengend 😉 Bei den Bands kommen direkt nostalgische Gefühle auf. Korn habe ich etwa 2002 auf dem Bizarre Festival gesehen. Billy Talent sogar damals auf ihrer ersten Deutschlandtour (2003?) und später noch auf Konzerten und Placebo hätte ich mir auch nicht entgehen lassen. Krass, dass es die immer noch gibt 😀

    Klingt ingesamt nach einer Menge Spaß mit guter Musik und netten Leuten! So muss das sein 🙂

  4. Hey Chrissy,
    geniale Zusammenfassung eures Rock-Wochenendes 🙂 Wenn du das so schreibst, bin ich auch irgendwie live dabei und schon strömt die Energie durch den Körper… Ist schon schwer, einen so großen LineUp mitzumachen und alles zu sehen. Genau das Problem hatte ich immer wieder bei unserem Donauinselfest (leider war ich noch nie beim Nova Rock…das ist wie bei euch Rock am Ring), ich ärgere mich dann wenn sich die guten Auftritte überschneiden. Aber es kommen ja immer weniger gute Shows…na ja, was soll´s.
    Was ich aber unglaublich finde ist, dass jeder glaubt er sei Batman. Ich hoffe, sie haben erkannt dass nur du der wahre BATMAN bist und haben sich vor dir verbeugt. 😀 Das machen die sicher nie wieder…
    Auf jeden Fall hört sich alles nach einem wahnsinnig spannenden und lustigen Wochenende an. Wäre gerne dabei gewesen.
    Ich weiß nicht, was du damit meinst, dass euer Campingplatz der dreckigste gewesen sein soll…fühle mich irgendwie wie zu Hause 😛
    Liebe Grüße und Danke für den tollen Bericht und die dazu passenden Fotos.
    Danny

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