Naples || Puderzuckersand und Rentnerparadies

Life is better at the beach

Wir verabschiedeten uns schweren Herzens von Key West, dieser wunderschönen und kreativen Conch Republic. Zurück auf dem Overseas Highway führte unser Weg entlang an Strandhäusern und über die beeindruckende Seven Mile Bridge zurück in Richtung Key Largo. Auf dem Rückweg legten wir noch eine kleine Rast am Islamorada Visitor Center ein und nahmen einen Snack unter Palmen ein. Autofahren ist in den USA sehr entspannt und der Weg über die Keys hat uns so gut gefallen, dass wir noch etwas mehr Zeit hier verbringen wollten. Unser Weg führte zurück nach Miami und von dort auf die Alligathor Avenue. Die Everglades wollten wir über die Interstate durchqueren. Alternativ ist es auch möglich über den Highway No. 41 zu fahren und Zwischenstopps einzulegen. Ich selbst war bereits 2010 in den Everglades und um Naples herum warteten ebenfalls Nationalparks darauf, von uns erkundet zu werden. Wir entschieden uns daher für die schnellere Variante und kamen nach ungefähr 5 Stunden Fahrzeit im Motel Spinnacker in Naples an. Wir bezogen unser Zimmer und wollten direkt weiterfahren zum Miromar Outlet. Dort angekommen fanden wir ein sehr schönes Outlet vor, das wir fast für uns alleine hatten. Nur wenige Menschen waren unterwegs und so konnten wir in Ruhe durch die Läden ziehen. Nach dem Einkaufen hatten wir Bock auf Pizza und fanden mit Fabio’s genau das richtige Angebot. Wir teilten uns eine große Pizza und fühlten uns richtig sicher. Immerhin saß die Gang Unit der örtlichen Polizei bis zu den Zähnen bewaffnet am Nachbartisch. Satt und Glücklich führen wir zuruck zu unserem Motel um früh ins Bett zu fallen. Mein Fazit zum Motel findet ihr ganz am Ende.

Am Morgen suchten wir einen Publics Supermarkt auf und kauften uns ein paar Sandwiches zum Frühstück. Mit dem Auto fuhren wir dann ins Zentrum von Naples wo wir das kostenloses Stadt Parkhaus fanden. Richtig klasse! Direkt in Laufweite zur Einkaufsstraße mit Geschäften und Restaurants und unweit vom Strand. Unser Ziel war der Lowdermilk Beach um ein Frühstück am Strand zu machen. Wie liefen durch Wohngebiete in Richtung Strand und verstanden, wieso Naples als Rentnerparadies berühmt ist. Direkt am Golf von Mexiko gelegen herrscht im Südwesten von Florida ein sehr angenehm warmes Klima. Neben exklusive Geschäfte rund um die Third Street und 5th Avenue zum ausgedehnten Shoppen kann man sich wunderbar auf einem der zahlreichen Golfplätze die Zeit vertreiben oder eine Tennisstunde bei einem hübschen Trainer buchen. Der Morgen beginnt aber erstmal mit einem ausgedehnten Spaziergang an einem der kilometerlangen Stränden mit sehr ruhigem Wasser und einem bezaubernden Puderzuckersand, an dem man Muscheln sammeln kann und der Sonne beim aufgehen zuschaut. Die meisten Bewohner sind in ihrem Lebensabend angekommen und gestalten diesen gerne aktiv. Aber war wäre ein Rentnerparadies ohne eine bunte Auswahl an Rollatoren mit allerlei Dekoration, um die eigene Persönlichkeit zum Ausdruck zu bringen? Standesgemäß fährt man vom Pier zum nächsten Starbucks mit dem Scooter und vertreibt alle Störenfriede vom Gehweg.

Mir hat der Lowdermilk Beach unglaublich gut gefallen! Wunderschönder Sandstrand, so weit das Auge reicht und es herrschte eine entspannte Gemütlichkeit. Selten habe ich einen so wunderschönen Strand gesehen wie den Lowdermilk Beach. Einen Abstecher zum historischen Pier gehört hier genauso dazu, wie Muscheln sammeln und den Möwen bei der Futtersuche zu beobachten. Der Naples Pier wurde im Jahr 1888 erbaut und ist das Wahrzeichen der Stadt. Der Pier ist beliebt für Angler und um Delfinen zu beobachten. Den grandiosen Sonnenuntergang von Naples werde ich euch in einem gesonderten Beitrag zeigen. Am Nachmittag fuhren wir noch weiter zum Calm Pass Park. Man muss hier eine Parkgebühr entrichten und wird dann mit dem Scooter zum Strand gefahren. Die Fahrt über den gewundenen Holzsteg war wirklich ein kleines Highlight. Auch hier war der Strand wunderschön und erstreckte sich Kilometer weit. An einer Stelle fanden wir einen Baum, an dem viele Muscheln aufgehängt worden waren. Mir gefiel die Vorstellung, für meine Mama ebenfalls eine Muschel aufzuhängen. Dann habe ich noch ein ein paar Muscheln am Strand gesammelt, die ich für meine Schwester und meinen Papa mitgenommen habe. Für Mama habe ich eine besonders schöne Muscheln gefunden. Nach unserem Urlaub habe ich Sie besucht, ihr von unserer Reise erzählt und ihre Muscheln im Waldboden vergraben.

Spontan schoben wir noch einen Abstecher nach Marco Island ein. Die Insel bietet vielen Wohnhäuser ein zu Hause, die wie eine Filmkulisse wirken. Die typische Vorstadt, mit ihren Park ähnlichen Anlagen, breiten Straßen und großen Häuser, vor denen immer ein Jeep steht. Umgeben ist Marco Island von reichlichen Strandabschnitten und ein gerne besuchter Badeort. In Ermangelung von Parkplätzen und weil wir uns Parkgebühren sparen wollten sind wir aber nur mit dem Auto über die Insel gefahren. Bei einer kurzen Rast im Starbucks staunten wir nicht schlecht über einen BMW mit Münchner Kennzeichen. Nun ja, wer seinen Lebensabend in Florida verbringen kann, der wird das nötige Kleingeld übrig haben, um sein Auto einfliegen zu lassen. Anschließend fuhren wir zum Sonnenuntergang zurück zum Lowdermilk Beach. Am Abend war es sehr windig und kühl am Strand aber dieser Sonnenuntergang war es einfach wert, dem Wind zu trotzen! Die Beweisfotos zeige ich euch bald in einem anderen Beitrag. Es war mir unmöglich, mich auf zwei oder drei Bilder einzuschränken. Dafür war der Himmel mit der untergehenden Sonne einfach zu spektakulär. Am späten Abend fuhren wir nach Fort Mayers weiter und gönnten uns ein Fastfood Abendessen mit French Dip Sandwiches bei Arby’s. Für Fleischesser ein Must Do in den USA!

Fazit zum Motel Spinnacker :
An dieser Stelle komme ich in einen Gewissenskonflikt. Das Motel war super günstig und wurde während unseres Aufenthaltes gerade renoviert. Wir haben eins der neuen Zimmer bekommen. Es war praktisch, einfach und günstig. Jetzt war es aber so, dass die Bauarbeiter ebenfalls in dem Motel übernachteten. Zum Teil sogar in den Autos auf dem Parkplatz. Als wir vom Pizza essen zurück gekommen sind saßen überall vor den Zimmern Männer und tranken Alkohol. In dem Moment war bei mir Alarm im Kopf. Neben unserer Tür stand der einzige Mülleimer, der alle paar Minuten mit einer weiteren leeren Flasche gefüllt wurde. Wir fühlten uns alles andere als sicher. Am nächsten Morgen suchten wir die Rezeption auf und stornierten unsere zweite Nacht. Diese eine hat uns absolut gelangt! Unterm Strich ist uns nichts passier und die Männer haben bestimmt nur ihren Feierabend gemeinsam mit einem Bier verbracht. Dennoch waren alle Klischees vertreten und wir wollten auch lieber kein Risiko eingehen. Die Motel Verwaltung hat sich sehr kulant gezeigt und uns die zweite Nacht nicht nur storniert sondern auch das Geld zurückgegeben. Ich bin mir so unsicher, ob ich euch das Motel nun empfehlen oder davon abraten soll.

Folgt mir auf unsere Reise durch Florida:
Die Wynwood Walls im Miami
Miami South Beach und Art Deco Historic District
Der Overseas Highway und Sombrero Beach
Key West – Welcome to Conch Republic!

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