USA Tour 2013: Bryce Canyon (Teil 5)

Über den Bryce Canyon habe ich mir ähnlich wie über San Francisco so gar keine Gedanken gemacht. Konnte also wieder sau gut oder einfach nur langweilig werden. Die Autofahrt hatte es leider sehr in sich. Einer der Highways war gesperrt. In Deutschland bedeutet Umleitung ja, dass man einfach abfährt, durch ein zwei Orte gurkt und dann bei der nächsten Auffahrt wieder auf die ursprüngliche Straße zurück. Nicht so in Amerika. Hier ist alles größer und weiter, also auch die Umleitung! Heißt, erst eine Stunde nach Osten, dann eine Stunde nach Norden, dann eine Stunde nach Westen und dann endlich wieder auf dem eigentlichen Highway. So wurden aus 5 Stunden gemütlichem gerade ausfahren leider 8 und ich ziemlich erledigt. Wie anstrengend es sein kann, einfach nur zu sitzten?

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Der Weg zum Bryce Canyon war dafür wirklich spektatkulär! Erst sind wir an einem riesen Felsen vorbei gefahren, der bekannt ist und den ich dennoch nicht kenne. Dann sind wir noch am Roten Canyon vorbei gekommen oder besser gesagt, durchgefahren. Unterwegs wurde ich noch von einem zuckersüßen und wahrscheinlich gründlich mit Flöhen übersätzen Hündchen abgeschleckt in der Hoffnung, er könnte etwas von meiner cinnamon roll ab haben (Deutscher der ich bin, im Hotel geklaut möööööpppp) Nach der Fahr war ich sehr erledigt, und nach einem kleinen Schläfchen und einem Snack bei Subway sind wir dann erst gegen Abend in den Canyon gestartet. Wieder 25 Dollar pro Auto als Eintritt und gültig für 7 Tage. Solltet Ihr mal wirklich eine Canyon Tour machen wollen, dann erkundigt euch nach dem National Park Pass. Er ist für ein ganzes Jahr gültig und ihr kommt in alle Nationalparks für ca. 80 Dollar.(Preisinfo ist unverbindlich!)

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Im Vergleich zum Grand Canyon, der wirklich sehr tief ist, bekommt man im Bryce Canon mehr das Gefühl zwischen tausend Termitenbauten herzumzulaufen. Es ist hier auch einfacher, in den Canyon hinunter zu kommen. Wir haben das dann aber doch gelassen. Mein Freund hat spontan seine Höhenangst aus dem Grand Canyon mit genommen und mich flehend von jeder Felsenkante weggezogen. Es machte vielleicht auch nicht so sehr Mut, dass an einem der Wege gerade ein frisches Stück abgestützer Canyon lag….

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Der Plan für die Canyon Besichtigung war wieder simple, Sonnenaufgang um 6:20 Uhr oder Sonnenuntergang um 20:45 Uhr? Klar, Sonnenuntergang! Des machen wir mit! Ankunft am Canyon, wieder wundervoll ausgeschildert, also gleich zum Sunsetpoint und warten auf das Schauspiel. Leider haben uns die Wolken einen Strich durch die Rechnung gemacht, na besten Dank auch! Aber wir sind ja fleißige Touristen, also Planändern, früh ins Bettchen um dann pünktlich um 6:15 Uhr am Sunrisepoint aufzuschlagen. Nicht zu Unrecht wird in jedem Reiseführer empfohlen entweder den Sonnenauf oder -untergang im Canyon mitzunehmen. Tut es! Wie sich die Steine färben, die Sonne hochkommt und die Farben sich ändern, wundervoll!

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Hier hatte ich dann auch wirklich mal die Zeit, die klassichen Päärchen-Fotos mit Kuss und allem peinlichen Drum und Dran zu machen. Klare Sache, kein Mensch in der Nähe, der meine Kamera klaut, also ab auf die nächste Erhöhung und den Fernzünder in die Hand. Damit Ihr mir glaubt, dass mein Freund dabei war, habe ich zumindest unser Schattenfoto für euch rausgesucht. Ich bin einfach Fan von Schattenbildern und so findet auch mein Mann mal seinen Platz hier. Natürlich wurden wir auch hier von den Touristen nicht enttäuscht! Da sitzte ich nicht böses denkend auf einer Bank und wechsel mein Objektiv, als 3 bis 4 Ossis (sorry, was ist der politisch korrekte Begriff??) auf der Bildfläche erschienen. Natürlich Foto hier Foto da, mit und ohne Muddi, mit und ohne Sonnenbrille, Standard! So weit so gut! Aber dann! (leider kann ich nicht sächseln, also versucht euch die folgenden Worte sächselnd vorzustellen!) „Ach hier sieht doch alles gleich aus!“ Also mir blieb da einfach mal die Spucke weg und die gute Erziehung von Mami habe ich zu verdanken, dass ich meinen Mund zubehalten habe! Panisch blickte ich mich nach meinem Freund um, das MUSS ich dem SOFORT erzählen! (Er hat in dem Teil von Deutschland Verwandschaft und kann sächseln!!!) Gesagt, getan und auser Hörweite der Ostdeutschen Mitbürger liesen wir natürlich einen Schenkelkopferspruch nach dem anderen vom Stapel. Ja ja immer diese Vorurteile! Es war halt einfach noch eine Nummer lustiger, als hätte es jemand anders gesagt. Auch den hätten wir ordentlich durch den Kakao gezogen! Ich verspreche es! Irgendwie leicht traurig und dennoch total aufgeregt haben wir uns dann ins Auto gesetzt, um zu unserem letzten Ettapen Ziel aufzubrechen. Aber finde mal um kurz vor 8 eine offene Tankstelle im Nationalpark? Leute, nicht nur vor der Fahrt in die Wüste solltet Ihr euren Tank voll machen!

Und genau das ist unser Stichwort! Wüste! Es wird heiß! Eingedeckt mit einem riesen Paket Wasser begaben wir uns auf die Fahrt. Ab in die Stadt der Scheinheiligkeit!

Hier findet ihr alle Reiseberichte:
USA Tour 2013: San Francisco (Teil 1)
USA Tour 2013: Los Angeles (Teil 2)
USA Tour 2013: San Diego (Teil 3)
USA Tour 2013: Grand Canyon (Teil 4)
USA Tour 2013: Bryce Canyon (Teil 5)
USA Tour 2013: Las Vegas (Teil 6)

8 Kommentare

  1. die Bilder sehen wirklich wundervoll aus!
    echt atemberaubende bilder!
    bescheuerte touris gibt es doch überall 😛 da muss ich nur ins allgäu fahren 😀
    <3

  2. Sieht aus…. wie im Film 🙂 Ja, weil man es eben sonst nur aus Filmen kennt! Ich würde auch so gerne mal in die USA. Es ist sicherlich einfach generell ein ganz anderes "Feeling" da zu sein und das alles zu sehen. Ich finde die Bilder wirklich super schön! xx schööööönes Wochenende noch.

  3. Hey, ein klasse Reisebericht wieder einmal 🙂
    ich mag das Schattenfoto auch, sieht einfach toll aus mit den Farben des Sonnenuntergangs. Und die Sonnenuntergänge auf den Bildern sind genial. 🙂
    Ja ja, so ist das mit den Umleitungen bei den Amis. Es ist wirklich alles größer, und auch alles anders wie wir einmal in Texas bemerkten.
    Was uns irgendwie zu schaffen machte, waren die Ausfahrten von den Autobahnen. Man ist ja in Europa doch gewohnt, dass es für einen Ort mehrere Ausfahrten gibt. Nicht so in Texas. Haben wir mal eine verpasst, war´s vorbei. Wir dachten uns immer…ja dann nehmen wir doch einfach die nächste. Aber es gab keine nächste Ausfahrt. Es dauerte ein wenig, bis wir lernten, dass das kein Einzelfall war. 🙂
    Ich würde mal sagen, trotz der Anstrengungen war es sicher ganz toll dort.
    Ich hätte übrigens auf den Satz "Hier sieht doch alles gleich aus" sehr gerne zu diskutieren begonnen. Das hätte ich mir gerne genauer erklären lassen, also was denn dort alles so gleich ist. 😀
    Freue mich auf deinen nächsten Reisebericht.
    Liebe Grüße

  4. Ui, das sieht ja geil aus… kommt gleich auf die MustSee Liste!
    Fernweh hab ich auch gleich wieder bekommen. Tolle Bilder! 🙂

    • natürlich mag ich die Menschen genauso wie jeden, aber in dem Falle war es einfach das ins Gesicht springende Klischee, man mag mir verzeiehn *gg

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