Teneriffa 2018 || Teide, Tappas und die schwarzen Strände

Anfang Oktober wollten wir den Sommer um ein paar Tage verlängern und haben uns dafür die Kanarische Inseln ausgesucht. Das Klima ist dort auch in den Herbst- und Wintermonaten sehr angenehm, da die Kanaren an der Nordwestküste Afrikas liegen. Die kanarischen Inseln bieten ihren Besuchern eine wundervolle Landschaft, die durch den vulkanischen Ursprung geprägt ist. Teneriffa, die größte der Kanarische Inseln, hat uns mit ihrer guten Mischung aus dem beeindruckenden Vulkan Teide, der zugleich Spaniens höchster Gipfel ist, dem wilden Nordwesten und der Vielzahl an Stränden von Gold bis Schwarz einfach überzeugt. Wer sich entspannt an den Strand legen möchte, der kann dies im Süden bevorzugt machen. Im Osten und Nordwesten wird die Landschaft etwas rauer und bietet Wanderern und Surfern super Bedingungen. Teneriffa hat für jeden Geschmack etwas zu bieten. Die Insel ist bestens auf deutsche Touristen eingestellt und ihr werdet zahlreiche deutsche Supermärkte und Produkte finden. Wir haben uns auf Empfehlung im La Quinta Park Suites in Santa Úrsula und ganz in der Nähe von Puerto de la Cruz ein Zimmer gebucht. Online fanden wir ein gutes Angebot mit Flügen und Mietwagen. Die Insel lässt sich gut mit dem Bus erkunden und besonders für den Vulkan Teide würde ich euch raten, auf den Bus zu setzten. Die Parkplätze sind dort ziemlich begrenzt. Über die Autobahnen kommt man schnell von A nach B. Sobald ihr jedoch auf die Landstraßen kommt, dann kann eine Fahrt abenteuerlich und lange werden. Die steilen Berge, engen Straßen und zahlreichen Kurven sind eine echte Herausforderung! Dafür lockt an vielen Orten eine herrliche Aussicht, die zum Verweilen einlädt.

Wir sind montags nach Teneriffa geflogen und kamen erst kurz vor 23 Uhr im La Quinta Park in Sta Úrsula an. Für den Abend haben wir uns nichts mehr vorgenommen und gingen früh ins Bett. Am nächsten Morgen bestaunten wir den wundervollen Ausblick auf den Vulkan Teide und das Meer, ehe wir zum Frühstück gegangen sind. Das Frühstück war klassisch touristisch würde ich sagen. Es gab die deutschen Basics, die ich alle vermieden habe um mich lieber an spanischen Süßspeisen und Tortilla de patatas zuprobiert. Mit dem Mietwagen mussten wir zuerst tanken und stützen uns ins erste Abenteuer. Auf Teneriffa gehört es zum Service, dass die Autos betankt werden. Man bleibt also sitzen, nennt den Betrag, für den getankt werden soll und dann wird einem alles abgenommen. Unser erstes Ziel war Puerto de la Cruz. Das ist die größte Stadt an der Nordküste und bekannt für ihre Strände aus dunklem Vulkansand, dem Meerwasser-Freibadanlage Lago Martiánez und dem Loro Parque. Wir parkten und erkundeten das Stadtzentrum bequem zu Fuß. Puerto de la Cruz oder auch kurz gesagt Puerto Cruz, hat uns mit am besten auf Teneriffa gefallen. Hier kann man sich treiben lassen, durch kleine Gassen bummeln, Streetart entdecken und lecker essen. Besonders zugesagt hat uns die Tapas Auswahl im El Patio Del puerto De La Cruz. Zum Abkühlen kann man an den Playa Jardin gehen, der mit Duschen, Umkleiden und Restaurants für einen Tag am Meer perfekt ist. Der langgezogene schwarze Vulkanstrand mit dem Teide im Hintergrund verkörpert für mich alles, was ich mir von Teneriffa gewünscht hatte.

Puerto de la Cruz

El Patio Del puerto De La Cruz

Garachico

Als nächste Station besuchten wir die im Nordwesten gelegene Hafenstadt Garachico. Eine der ältesten Städte auf Teneriffa. Vor rund 300 Jahren wurde dem einstigen Wirtschaftszentrum der Kanarischen Inseln der Ausbruch des Vulkans Montańa de Trebejo zum Verhängnis. Die glühenden Lavaströme bedeckten große Teile des Hafenbeckes und fraßen sich durch das gesamte Dorf bis zum Meer hinab. Bei unserem Besuch haben wir uns direkt in diese kleine Hafenstadt verliebt. Die kleinen Gassen sind zum teil wie ausgestorben und der kleine Platz vor der Kirche Santa Ana ist ein beliebter Mittelpunkt. Hier laden Bäume mit ihrem Schatten zum verweilen ein und man kann sich unter die Dorfbewohner mischen. In einer der kleinen Gassen haben wir in der Bodega Casa Juan lokale Spezialitäten wie Kaninchen zu einem sehr kleinen Preis genossen. Wer Abkühlung sucht, der kann dem Meeresschiwmmbad einen Besuch abstatten und umgeben von schwarzen Lavafelsen in das klare Wasser eintauchen. Von der Kaimauer, die man sich mit Anglern teilt, und dem Aussichtspunkt Mirador de Garachico kann meinen schönen Blick auf Garachico genießen.

Bodega Casa Juan

Teno Gebirge und Masca Valley

Die engen, kurvigen und sehr steilen Bergstraßen durch das Teno Gebirge mit seinen zahlreichen Schluchten sind ein echtes Abenteuer und verlangen dem Fahrer volle Konzentration ab. Mit unserem Corsa konnten wir die Bergstraßen gut überwinden und lernten schnell, wie man auf engstem Raum dem Gegenverkehr ausweicht. Das Teno Gebirge gehört zum ältesten Teilen von Teneriffa und kann bis zu 1345 Meter hoch sein. Wer sich hierhin wagt, der muss Zeit mitbringen den die kurzen Entfernungen täuschen. Es dauert seine Zeit, bis man am Ziel ist. Durch kleine Dörfer und vorbei an Kakteen und steilen Schluchten führen die Straßen bis in das zauberhafte Masca. Dieses kleine Bergdorf, das in einem Vulkankrater liegt, beheimatet gerade einmal um die 105 Einwohner in ca. 80 Häusern. Hier steht die Zeit irgendwie Still. Über die steile Gassen gelangt man in das Dorf und zu verschiedenen Aussichtspunkten. Die alten Gehwege sind ausgetreten und die Steine ziemlich rutschig. An den Berghängen wurden terrassierte Felder angelegt, um Landwirtschaft betrieben zu können. Für das Leibliche Wohl der Touristen mit musikalischer Untermalung ist ebenfalls gesorgt. Hier befindet sich auch der Ausgangspunkt für eine Wanderung durch die Masca-Schlucht bis hinab zum herrlich blauen Meer.

Playa La Jaquita

Besonders reizvoll sind für mich die schwarzen Vulkanstrände. Mich zieht der Kontrast aus Schwarz zu Blau irgendwie magisch an. Nach Masca wollten wir zu einem der schwarzen Strände und haben uns für den Playa La Jaquita im Süden entschieden. Unser Weg führte aus dem Teno Gebirge heraus und auf dem Weg zum Meer vorbei an schier endlosen Bananen- und Blumenplantagen. Auf Teneriffa wird sehr viel Landwirtschaft betrieben und die Plantagen, mit ihrem Plastikmeer, sind ständige Wegbegleiter entlang der Autobahnen. Nach einem kurzen Spaziergang sind wir am Playa La Jaquita angekommen und haben uns an einer kleinen Strandbar Getränke geholt und den Blick auf das Meer genossen. Der Playa La Jaquita besteht aus mehreren kleinen Strandabschnitten und einer Mischung aus Lavagestein und feinem Lavasand. Direkt am Strand gibt es eine sehr gute Infrastruktur mit Umkleidekabinen, Duschen und Strandbar. Beste Voraussetzungen um die spontan Lust auf eine Abkühlung mit einem kleinen Abstecher im Meer zu stillen.

Los Gigantos

Im Westen von Teneriffa kann man die spektakulären Steilwände der Acantilados de los Gigantes entweder vom Land oder vom Meer bestaunen. Vom Aussichtspunkt El Mirador Archipenque bekommt man einen tollen blick auf die Los Gigantos. Bei unserem Besuch war es etwas diesig über dem Meer, daher konnte ich die Los Gigantos nicht mit alle ihren Kanten und ihrer beeindruckenden Höhe einfangen. Bei gutem Wetter reicht der Blick sogar bis auf die kleine Nachbarinsel La Gomera. Bei einem Bootsausflug kann man neben den beeindruckenden Steilwänden auch Whale Watching machen. Die Gewässer um die kanarischen Inseln sind ein echtes Paradies für Wale. Von den 86 bekannten Walarten sind ca. 26 Arten schon gesichtet worden. Ihr solltet zum Wohl der Tiere einen Veranstalter auszuwählen, der nachhaltiges und sanftes Whale Watching anbietet und sich strikt die gesetzlichen Vorgaben einhält. Die Boote müssen einen Mindestabstand von 100 Meter einhalten, ausgenommen die Tiere nähern sich von alleine. Es darf keine lauten Geräusche oder Partymusik gemacht werden, feiern könnt ihr am Abend! Auch dürfen die Boot niemals eine Walschule oder –familie durchqueren. Kurz gesagt, die Tiere sollen keinem Stress auszusetzen und ihr natürlicher Lebensraum respektiert werden. Für Whale Watching hat unsere Zeit leider nicht gereicht. Getreu dem Motto „Man muss sich für kommende Besuche noch etwas offen halten“ würde ich es sehr gerne bei Gelegenheit nachholen. Es gibt natürlich keine Garantie, dass ihr Wale sehen werdet, aber ich stelle es mir magisch vor, diese sanften Riesen in ihrem Lebensraum aus der Nähe betrachten zu dürfen.

Von den Los Gigantos fuhren wir zurück zur Autobahn und dann über Santa Cruz zurück zu unserem Hotel La Quinta Park. Unser erster Tag war vollgepackt mit herrlichen Zwischenstopps und der Rückweg über die Autobahn deutlich schneller, als durch das Teno Gebirge. So umrundeten wir gleich an unserem ersten Urlaubstag einmal die komplette Insel. Abends suchten wir uns die Guachinche Arturo-La Bodega in der Nähe aus und hatten ziemlich Glück. Die Öffnungszeiten sind eher ungewöhnlich und die Bodega hat nicht jeden Tag geöffnet. Die Betreiber waren super nett, konnten aber genauso wenig Englisch wie wir Spanisch. Dank Google Übersetzter und mit Händen und Füßen bestellten wir Tapas und eine Hauptspeiße. Ich empfehle euch die Karte wenn möglich genau zu übersetzten. Es stand nämlich auch ein Gericht mit Haifisch auf der Karte. Wir ließen uns Kroketten aus Ente und dazu Grillkäse mit roter und grüner Mojo schmecken. Mojo ist eine Soße, die hauptsächlich aus Olivenöl, Salz, Wasser, lokalen Pfeffersorten, Knoblauch, Paprika, Kreuzkümmel oder Koriander und anderen Gewürzen hergestellt wird. Die Mojo Rojo wird aus reichlich Paprika zubereitet und ist im Gegensatz zur Mojo Verde etwas schärfer.

Teide und Teide National Park

An unserem zweiten Tag wollten wir hinauf zum Teide. Mit einer Seilbahn kann man bis fast zum Krater fahren. Leider konnten wir online die Tickets nicht bestellen. Weder Visa noch Paypal wollten unseren Kauf durchführen. So fuhren wir Auf gut Glück zur Talstation der Seilbahn in der Annahme, dass wir hier die Tickets direkt erwerben können. Wenn ihr den Teide besuchen wollt, dann bucht euer Ticket am besten schon von zu Hause. Man kann immer nur für einen bestimmten Zeitpunkt einen Platz in der Seilbahn mieten. Im 10 Minuten Takt werden die Touristen dann hinauf zur Bergstation gebracht und dürfen dort auch nur eine gewisse Dauer verbringen, ehe man den Rückweg antreten muss. Parken ist vor Ort an der Bergstation sehr schwierig. Ich würde euch empfehlen, in einen der zahlreichen Linienbusse zu steigen und den Ausblick auf den Weg zum Teide zu genießen. Durch den Teide National Park führt die Straße erst durch ein saftiges und bewaltedest Gebiet mit einigen Aussichtspunkten. Einen kurzen Stopp solltet ihr einlegen und den Blick auf den Teide und die Wolkenschicht genießen. Das Meer war bei unserem Besuch unter einer dicken Wolkendecke eingepackt und es wirkte wie Watte. Mit jedem Höhenmeter verändert sich die Landschaft bis sich links und Rechts der Straße so weit das Auge reicht nur noch Gestein auftürmt, das wie von einem anderen Stern anmutet. Hier oben merkt man schnell, das der Mensch nicht mehr in seinem natürlichen Lebensraum ist. Die Landschaft wirkt feindlich, unbelebt und man fühlt sich der Erde ganz nah. Hier ist ein Vulkan und das sieht man. Für einen Besuch wird empfohlen, sich auf jedes Wetter einzurichten und genügend Getränke mit sich zu führen. Das Wetter kann sich schnell ändern und wer gerade oben an der Bergstation steht, der muss vielleicht sogar zu Fuß den Abstieg vornehmen. Also lasst die Flip Flops lieber zu Hause. Wir trugen lange Hosen und T-Shirts. Im Rucksack hatten wir noch Pullover, Regenjacken, Mützen und Wasser. Leider konnten wir an der Talstation nicht anhalten um Tickets zu kaufen und mussten unsere Fahrt auf den Teide ausfallen lassen. Ein halbwegs voller Tank ist übrigens auch nicht verkehrt. Wir rollten den ganzen Rückweg bis zur ersten Tankstelle aber das ist eine andere Geschichte.

Teide Botanical Trail

Rund um den Teide sind zahlreiche Wanderwege zu finden, die das Wandererherz bestimmt schneller schlagen lassen und das nicht nur durch die dünnere Luft in dieser Höhe. Wir wollten uns jedoch nicht in die Wildnis schlagen. Dafür sind unsere Survival Skills nicht gut genug entwickelt. Daher nutzten wir das Angebot des angelegten Botanical Trail im National Park. Dort kann man die Flora und Fauna in diesen Höhenlagen bestaunen, sieht verschiedene Arten von Gestein aus der Nähe und kann sich im kostenfreien Museum über den Vulkan, seine Entstehung und Aktivitäten informieren. So haben wir gelernt, dass der Teide ein Schichtvulkan ist und seine entleerte Magmakammer in sich zusammenbrach um dann als unvorstellbar große Trümmerlawine im Norden von Teneriffa ins Meer gerutscht sein muss. Ein Vulkan bietet Lebewesen ebenfalls einen Platz und so konnten wir zahlreiche Eidechsen beim Sonnenbaden und auch Taubenschwänzchen beim Nektar sammeln sehen. Selbst bei diesem kurzen Abstecher haben wir die Höhe gespürt. Die Sonne ist intensiver, es war kein Schatten vorhanden und die Luft ziemlich dünn. Ich rate euch dringend dazu, viel Wasser zu trinken und euch nur auf Wanderungen zu begeben, die eure Kondition bewältigen kann. Zudem sollten die Wege nicht verlassen werden. Ich mag mir gar nicht vorstellen wie es ist, sich in dieser Mondlandschaft zu verlaufen. Da genieße ich doch lieber den schönen Blick von dem Botanical Trail auf den Teide und hinab zur Küste.

Playa el Bullo

Der Weg zum Playa el Bullo ist ein echtes Abenteuer und wird mit einem wunderbaren Strand belohnt. Über eine sehr verdammt enge Straße führt der Weg durch eine der zahllosen Bananenplantage hinab zu einem Restaurant mit Parkplatz. Gegenverkehr ist eine Herausforderung! Gegen eine kleine Gebühr konnten wir das Auto dort abstellen und dann begann zu Fuß der steile Abstieg zum Strand. An der Nordküste von Teneriffa sind die Strände meist nicht so leicht zugänglich aber genau das, macht in meinen Augen den Reiz aus.Den Playa el Bullo teilten wir uns mit vielleicht zwanzig Personen. Mich hat erstaunt, wie weich der schwarze Lavastrand sich angefühlt hat und wie hartnäckig er an uns kleben blieb. Wir sind durch die Wellen gehüpft und haben das kühle Mehr genossen. Der Blick an den Steilwänden hinauf war überwältigend. Die steilen Ab- und Aufstieg werden mit einem fast verlassenen Strand belohnt.

Im Rückblick betrachtet war es keine gute Idee, mit dem Klimawechsel zwischen Deutschland und Teneriffa, dem Flug und einer kompletten Inselumrundung am ersten Tag als nächstes direkt zur Talstation des Teide zu fahren. Bereits am Vorabend plagten mich fiese Kopfschmerzen, die sich zu einer Migräne zusammenzogen. Warum auch immer hatte ich nur drei Schmerztabletten dabei. Da war ich aber sehr zuversichtlich! Kurz um, am Donnerstag ging bei mir rein gar nichts mehr. Zwar versuchten wir die Pyramiden von Güímar (zu teuer, nicht sehenswert, kann man sich sparen) zu besichtigen, aber der Ausblick auf zwei Stunden in der prallen Sonne zwangen mich in die Knie. Nichts geht mehr! Im Supermarkt versorgte ich mich noch einmal mit Wasser und dann ging es zurück ins Hotel. Eine Migräne schlug mich um und ich muss mir eingestehen, ich hatte mir zu viel zugemutet. Aus den vier Tagen Teneriffa wollte ich das meiste mitnehmen und hatte nun die Quittung. Mein Rat an euch, lasst ein paar Tage auf Teneriffa vergehen, eher ihr den Teide besucht. Man muss sich zuerst akklimatisieren. Womöglich bin ich aber auch einfach nicht für die Höhe geschaffen. So oder So lag ich flach und verfluchte meinen Mangel an Schmerzmitteln

Loro Parque

Unser letzer Tag auf Teneriffa war gekommen. Wir hatten in den ersten beiden Tagen so viel gesehen und wollten heute nicht mehr so viel mit dem Auto fahren. Der Loro Parque ist wohl die bekannteste und beliebteste Attraktion auf Teneriffa. Berühmt ist er natürlich auch für seine Orcas. Wir haben sehr lange überlegt, ob wir einen Zoo unterstützen wollen, in dem Orcas gehalten werden. 2013 haben wir uns gegen Sea World und für den San Diego Zoo entschieden, da wir Wale in Gefangenschaft nicht gut finden. Über den Loro Parque kann man sich bestimmt auch hinreichend streiten und ich sehe es nach wie vor sehr kritisch, diese wundervollen Tiere in kleine Becken zu sperren. Ich empfand es aber auch als wahnsinnig beeindruckend, diese anmutigen Orcas aus der Nähe zu sehen. Die ganze Show mit Kunststückchen und Musik, die damit verbunden ist, die fand ich grausam und überflüssig. Mir hätte es gereicht, die Orcas, genauso wie die Delphine einfach nur zu sehen. Der Loro Parque ist übersichtlich angelegt und sehr sauber. An jeder Ecke findet man Essen und Getränke, kann sich aber auch selbst ein Picknick mitbringen. Richtig gut gefallen hat uns die Pinguin Welt. Die Besucher werden auf einem Förderband daran vorbei gefahren und jeder kann die Pinguine auf dem Eis und beim tauchen sehen. Es gibt kein Gedrängel um den besten Blick. In der Tat stört mich das in Zoos ziemlich häufig. Da drückt man sein Gesicht neben den Löwen um das beste Selfie zu erhalten und ignoriert gekonnt, dass man nicht der einzige Bewunderer dieser Geschöpfe ist. Manchmal müsste man die Scheibe weghexen können. Mich haben die Gorillas, die wir ganz aus der Nähe sehen konnten, wahnsinnig mit ihrer Mimik und Körpersprache beeindruckt. Im begehbaren Vogelgehege konnte man bunte Vögel bewundern und musste manchmal auch den Kopf einziehen, wenn sich einer von ihnen in die Lüfte schwang.

Santa Cruz

Die Hauptstadt Santa Cruz ist eine gute Adresse zum Shoppen. Mein Mann kauft sich im Urlaub immer ein Trikot der lokalen Fußballmanschaft. Auf Teneriffa existiert wohl nur ein Fanshop von CD Teneriffa und dort mussten wir hin. Ein Abstecher zu dem berühmten Auditorium legten wir natürlich auch noch ein. Jedoch war ich vorm Vortag noch ziemlich angeschlagen und nach einem Vormittag im Loro Park stand uns beiden der Sinn nach einem gemütlichen Ausklang. Zurück im Hotel entschieden wir uns dem Omelet Meeting Point noch einmal einen Besuch abzustatten. Mit einem letzten Bier auf unserem Balkon stießen wir auf drei sehr gelungene Tage auf Teneriffa an.

Mein Fazit

Teneriffa ist sehr vielfältig und bietet jedem Besucher, wonach ihm der Sinn steht. Puerto de la Cruz lädt zum Erkunden ein und hat mir neben Garachico am besten gefallen. Ich liebe den ganz besonderen Charm von Orten, die direkt am Meer liegen. Kleine Fischerboote liegen vor Anker, alte Herren sitzen auf der Kaimauer und in den engen Gassen vergisst man die Zeit. Masca hat mir den Atem geraubt! Dieses Bergdorf mitten im Nirgendwo ist eine echte Perle. Es gehört aber sicherlich Glück dazu, dass man nicht zeitgleich mit einem Bus voller Touristen hier ist. Das gilt jedoch so gut wie jeden Ort auf Teneriffa. In den vier Tagen haben wir die immer gleichen Leute getroffen. Besonders eingeprägt hat sich eine Russische Reisegruppe. Egal ob im Loro Park, einer kleinen Bodega oder dem Kino im Teide Museum, es gab kein Entkommen. Teneriffa ist gut auf Touristen eingestellt. Besonders wir Deutschen haben die Insel erobert. Zeitweise sollen sogar mehr Deutsche als Kanaren auf der Insel sein. Jedenfalls findet man überall deutsche Produkte und einen Lidl. Im Hotel waren wir umzingelt von Deutschen, die sogar ihr eigenes Brot zum Frühstück mitgebracht haben. Einfach nicht meine Welt. Mit Tripadvisor haben wir tolle Restaurants und Strände gefunden. Wenn man aber die Augen offen hält und sich mal abseits der Wege traut, dann kann man menschenleere Strände entdecken. Wir werden Teneriffa und bevorzugt den Nordwesten wieder besuchen. Die Landschaft, die schwarzen Strände mit steilen Klippen, die kleinen Bergdörfer und der wunderbare Blick auf den Teide haben uns im Sturm erobert.

Es folgen noch ein Paar Tipps zum Essen gehen:
Tapas im El Patio Del puerto De La Cruz
Deftige Spezialitäten in der Bodega Casa Juan in Garachico
Tapas in der Guachinche Arturo-La Bodega (Öffnungszeiten beachten) in Sta Úrsula
Burger und Sandwich im Omelet Meeting Point in Sta Úrsula

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