Winterlook mit Docs und das süße Nichtstun

Hatte ich letzte Woche noch meine Gedanken in Worte gefasst und etwas dafür geworben, dass ich meine Zeit auch gerne einfach mal mit Nichttun verbringen möchte, so durfte ich mich über eine ganze Woche für genau dies erfreuen. Ein kleines Bakterium hat wohl verstanden, wonach mit der Sinn steht und mich auf seine lieb gemeinte Art und Weise besucht. Als Ergebnis lag ich eine Woche mehr oder weniger mit Netflix, Büchern, Essen, Tee und literweise Cranberry Saft im Bett. Die Wärmflasche war dabei mein treuer Gefährte um zu lernen, wie wir mit einem Mord davon kommen. Meine kleine Bettburg verließ ich nur um Tee nachzufüllen und Nahrung in mein Nest zu schleppen. Versöhnlich stimmte mich nur die Tatsache, dass meine Kollegin auf der Arbeit durch meinem Ausfall nicht gänzlich überrannt wird und sich auch sonst, bis auf zwei oder drei Themen, meine Woche ziemlich ruhig gestaltet hätte. Einzig ein Projekt hätte ich gerne voran getrieben. Natürlich brennt mir das unter den Nägeln und ich konnte kaum den Tag erwarten, endlich voran zu kommen. Deswegen musste ich mich neben dem Nichtstun auch in Geduld üben. Zwei Dinge, die mir so gar nicht liegen. Jedenfalls lag ich dann so da, in meinem warmen Bett mit Tee, dicken Socken und meinem besten Buddy, der Wärmflasche und ließ mich stundenlang von Netflix berieseln. Nach drei Tagen begann mir die Decke so sehr auf den Kopf zu fallen, dass ich mich entschied, das Bett gegen Nachmittag mit dem Sofa zu tauschen. Tapetenwechsel ist ja so wichtig! Am fünften Tag ging es mir schon soweit besser, dass ich mich selbst mit einem Buch bespaßen konnte. Ab und an ein kleines Lebenszeichen per Whats app in die Welt schicken, mich durch die Insta Welt klicken und immerhin Fotos für diesen Beitrag bearbeiten gelangen mir.

Jetzt hab ich es also, dieses süße Nichtstun.

Mantel – Asos || Jeans – Levis’s 501 || Pullover – Mango || Schuhe – Dr. Martens

Nachdem die sehr unangenehmen Begleiterscheinungen meiner Blasenentzündung etwas abnahmen, begann ich damit, meinen Tag im Bett zu genießen. Der Mann verließ am morgen die Wohnung und ich eröffnete meine Bar. Wasser, Tee und Cranberry Saft wurden liebevoll auf einem Tablett arrangiert und auf meinem Nachttisch platziert. Durch die Fenster fiel die Wintersonne und die mit Raureif überzogene Umgebung begrüßte den Tag mit einem wunderbaren Sonnenaufgang. Ich kuschelte mich unter meiner Bettdecke enger an meine Wärmflasche und begleitete meine neuen Serienlieblinge. Ein kleines Nickerchen folgte. Mit einem leichten Hunger verließ ich mein Nest, mixte mir einen Hummus zusammen, füllte die Bar auf und kuschelte mich zurück in meine Burg. Dort vernaschte ich die Reste des Tages, Karotten, Äpfel wahlweise auch Chips und Honig Brot. Mein Tag im Bett endete meist, wenn mein Mann zurück kam und wir uns zum gemeinsamen Essen an den Tisch setzten. Anschließend kuschelte ich mich wieder ein. Wenn er am Abend zu Hause war, dann schauten wir zusammen Serien ansonsten frönte ich dem Netflix Marathon alleine. Unterbrochen von einem Internet- und einem Stormausfall gestalteten sich so ein paar Tage, in denen ich einfach gar nichts gemacht habe und es sogar genießen konnte.

Nur noch zwei Tage krank? Oh je, ich bin noch nicht mit dem Buch fertig!

Zuweilen erstaunt es mich nämlich, was die ach so kranken Menschen im Internet während ihres Krank seins so alles machen. Von Ausmisten über ausgiebig Kochen bis hin zu dem perfekten Make up um den heilenden Tee zu promoten habe ich vieles gesehen, was sich mit meinem Verständnis von Erkältung und Grippe so gar nicht vereinbaren können. Disclaimer: Ja, es gibt Krankheiten, bei denen man Top Fit ist und dennoch nicht Arbeitet, diese klammere ich hier bewusst aus. Letztes Jahr hatte mich die Grippe so richtig erwischt. Ich lag zwei Wochen flach und es ging einfach gar nichts. In dieser Zeit war mein Körper heftig mit dem Gesund werden beschäftigt und ich habe keinen Tag davon genossen. Im Gegenteil! Dieses mal ist es etwas anders. Mein Körper ist krank und braucht Ruhe, diese gestehe ich ihm zu. Mein Kopf ist allerdings ziemlich wach und es fehlt mir auch nicht an Muse, mir selbst etwas Gutes zu tun mit Tee und einem leckeren Snack. Bewusst nehme ich wahr, was mein Körper braucht und kümmere mich um ihn. Deswegen genieße ich diese Tage zu Hause, die nur für mich sind und in denen ich mich ausschließlich auf mich konzentrieren kann. Mein Körper möchte gerade nichts tun. Er will ruhen, sich erholen und den Bakterien freundlich aber bestimmt den Heimweg zeigen. Mein Geist darf also auch ruhen und sich mit Nichtstun beschäftigen. Ich sehe mein Krank sein also mit zwei Elementen. Meinem Körper der sich auskuriert und mein Kopf, der ganz ohne schlechtes Gewissen endlich einmal nur sein darf.

Können wir jetzt endlich wieder fit sein und das Haus verlassen?

Diese zwei Elemente schöpfen mit jedem Tag mehr Kraft. Mein Körper befreit sich von dieser doofen Krankheit und findet zurück in seine Balance wohingegen mein Kopf abschaltet ohne deswegen auch nur einen Funken von ungutem Gefühl zu haben und das befreit mich gerade ungemein. Es warten ein paar Veränderungen auf uns und ein großes Herzensprojekt geht in die entscheidende Phase. Vieles wird passieren und die Pferde sind mit meinen Gedanken schon  ziemlich durchgegangen. Nun wurden diese ausgebremst und ich nutzte die Tage des Nichtstuns, um mich zu sortieren und wieder Ruhe in meinen Kopf zu bekommen. Also genieße ich das Nichtstuns auch ein Stück weit, gönne mir Ruhe und einen leckeren Cranberry Saft im Bett mit Netflix und Chips. Ab und an braucht doch jeder eine Auszeit. Meist signalisiert der Körper es dann auf deine Weise und wird krank. Ich glaube daran, dass dieses kleine Bakterium es ja nur gut mit mir gemeint hat und wollte, dass ich mal eine Auszeit ohne Reue habe und meinem Körper deswegen ein Bein gestellt hat. Mein Kopf und mein Körper haben diese Pause gebraucht und ich habe sie ihnen so schön, wie möglich gemacht. Beide brauche ich, um das Herzensprojekt anzugehen, auf das ich mich unendlich freue!

1 Kommentare

  1. Ach, das verstehe ich so gut! Mich hatte es mit der gleichen Sache direkt zum Jahresbeginn erwischt. Das Ergebnis: Zwei Fotobücher. 😊
    Sehr schönes Outfit übrigens!

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