HOME || Wir füllen unser Zuhause mit Charakter

Die erste eigene Wohnung! Ein aufregendes Abenteuer. So viele neue Dinge gilt es zu bewältigen. Verträge abschließen, Umzug planen und Möbel kaufen. Das eigene Budget ist noch ziemlich überschaubar immerhin ist die Ausbildung gerade erst abgeschlossen und der Sparstrumpf noch nicht voll. Für die Einrichtung entscheidet man sich für IKEA. Einfache Wahl! So fährt man immer mal hin, schaut sich die Möbelausstellung an und sucht sich die zum Budget passenden Möbel aus. Mit einem Hänger oder Transporter wird alles abgeholt, aufgebaut und die Einrichtung steht. Alles passt zu einander und gibt ein harmonisches Bild. Die erste eigene Wohnung steht und man fühlt sich pudelwohl. Dann vergeht die Zeit, man lernt jemanden kennen, findet sich gut und nach einem Jahr oder zwei beschließt man, den Alltag auch mit einer gemeinsamen Wohnung zu teilen. Also werden Wohnungen besichtigt, Mietverträge gekündigt, Umzüge geplant und neue Verträge geschlossen. Die alten Möbel kommen natürlich erst einmal mit! Die erste gemeinsame Wohnung ist eingerichtet und man lebt sich ein. Nach ein paar Jahren merkt man, dass nicht nur die Beziehung passt sondern auch der gemeinsame Alltag. Die Wohnung ist schön aber die Möbel, aus denen ist man mittlerweile heraus gewachsen. Die Spuren der ersten eigenen Wohnung beginnen zu stören. Gemeinsam oder alleine schaut man sich in der Welt des Interior um. Welcher Stil gefällt? Welche Farben? Das weckt die Begehrlichkeit, die gemeinsame Wohnung umzugestalten.

In Zeiten von Social Media zeigen so viele Menschen ihr Zuhause. Der Blick durch das fremde Schlüsselloch lässt sich bequem mit dem Smartphone erreichen und ist sogar gewollt. An jeder Ecke findet sich Inspiration und Werbung. Neue Möbelhersteller werden einem bekannt, man entdeckt neue Möglichkeiten die eigene Wohnung zu gestalten, wundervolle Einrichtungsdetails und eine große Portion Einheitsbrei. Pinterest, Instagram, Blogs. Überall kann man sich in den endlosen Möglichkeiten der Wohnungseinrichtung verlieren. Den Kopf verdreht von einer Hamburger Altbauwohnung sehnt man sich nach Dielen und hohen Decken. Die wunderbare, klare und anthrazitfarbene Küche in einer hellen Loftwohnung lässt das Herz höher schlagen. Dann der leider ernüchternde Blick in die eigene Wohnung. Keiner dieser wunderbaren Wohnträume wird hier Realität werden können. Wir werden jetzt auch nicht spontan unsere Koffer packen und nach Hamburg ziehen also beginnt man sich Gedanken über die eigene Wohnung zu machen und welcher Einrichtungsstil dort funktioniert. Irgendwann kommt auch das Geld ins Spiel. So mancher Wohntraum raubt mir den Atem, sobald mir die Preise vor Augen kommen. Bin ich ehrlich bereit, mehrere Monatsgehälter oder eine halbe Weltreise für einen Esstisch zu bezahlen? Diese wunderschöne Lampe kostet mehr, als ich in einem Monat brutto verdiene! Die Rettung ist jedoch nicht weit entfernt. Flohmärkte, EBay und DIY bieten eine grandiose Möglichkeit, sich von Wohntrends inspirieren zu lassen und diese für kleines Geld in die eigenen vier Wände zu holen.

Für uns beginnt in ein paar Monaten der Traum vom Eigenheim. Unser Projekt „Nestbau“ geht nach Monaten der Suche in die Phase der Umsetzung. Nach vielen Bergen an Papier, Gesprächen und Rechnen steht der Kaufvertrag in greifbarer Nähe und mit ihm der Umzug in unser neues Zuhause mit neuen Räumen, einem anderen Grundriss und der Möglichkeit, die alten Möbel umzugestalten, auszutauschen und abzugeben. Wir haben mit dem Esstisch begonnen. In der neuen Wohnung wird nicht mehr so viel Platz für den Esstisch sein. Uns stört das überhaupt nicht und so haben wir uns recht schnell davon begeistert, einen eigenen Esstisch mit Hairpin Legs zu bauen. Ein paar Tage Arbeit und Geduld waren notwendig, bis unser neues Schmuckstück vor uns stand. Die Esszimmerstühle waren als nächstes an der Reihe. Auf dem Pfennigbasar in Karlsruhe fanden wir zwei tolle Stühle, die der Mann mit etwas mühevoller Handarbeit aufgearbeitet und mit neuen Polstern versehen hat. Über EBay fand ich noch weitere Stühle aus den 50er und 60er Jahren zu einem unschlagbar günstigen Preis. Mit Leinöl habe ich diese behandelt und Joe bezog die Sitzflächen mit neuen Stoffen. Stück für Stück ersetzten wir so einen Teil der IKEA Möbel mit neuen aber alten Stücken, die uns wahnsinnig gut gefallen. Wir möchten in diese Richtung weitergehen. Unser neues Zuhause soll individueller sein und nicht mehr nur eine Serie von IKEA Möbeln.

Ganz viel IKEA raus und dafür Dinge mit Charakter, Ecken und Macken rein

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