Black Friday, Rabatte und meine Gedanken

Es ist gerade einmal wieder Black Friday und man kann dem hype darum kaum umgehen, wenn man nicht in genau dieser Woche digital Detox macht oder in einer abgelegenen Waldhütte im Funkloch sitzt. Aus meinem Facebook Feed, meiner Bloglovin Liste, den Email Postfächern, Instagram und allen Stories schreit es mir förmlich entgegen „nur heute, super Deal, KAUF!“ Die Kanäle von so manchen Bloggern und Influencer gleichen einer Dauerwerbeschleife und hauen uns die Rabattcodes nur so um die Ohren. Sei es nun die Glamour Shopping Week oder der Black Friday, ich kann beides absolut nicht mehr hören oder sehen. Wir sollen schnell zuschlagen und uns die fetten Rabatte nicht entgehen lassen! Wir sollen mit dem hart verdienten Geld um uns werfen, dass es nur so kracht und unser Sparschwein schlachten. Ich halte kurz inne und frage mich ganz ehrlich, was das Ganze eigentlich soll? Man kann jederzeit ein Schnäppchen machen. Es gibt immer mal wieder 20% auf das ganze Sortiment oder kostenlosen Versand, das ist nicht ungewöhnlich. Natürlich möchte auch ich den günstigsten Preis erwischen und vergleiche Angebote und freue mich über einen Rabattcode. Nur die Fülle überwältigt mich total! Wir werden als Konsument aufgefordert schnell zu handeln und den Kopf auszuschalten. Schnell, schnell, gleich ist es weg und dann musst du wieder den normalen Preis zahlen! So entsteht Stress und Zwang. In diesem Umfeld möchte ich nicht schoppen. Wer seine Wunschliste prüft und dabei feststellt, dass er jetzt einen guten Deal machen kann, der darf herzlich gerne zugreifen. Mich nervt überwiegend dieses Zu-gemüllt-werden von allen Seiten. Ich möchte am Black Friday nicht teilnehmen und überhaupt habe ich jetzt einfach keine Lust auf Dauerwerbesendung. Sich diesem Ganzen zu entziehen scheint unmöglich, ausgenommen man sitzt im Funkloch in einer gemütlichen Waldhütte.

Für mich persönlich habe ich schon länger den Entschluss gefasst, dass ich bewusst Konsumieren möchte. Nachhaltigkeit, Zero Waste und Minimalismus beschäftigen mich und regen zum Nachdenken an. Der Hype um den Black Friday ist der genaue Gegenpol. Es ist dabei nicht einzig der Vorgang des Kaufens sondern vielmehr alles, was damit zusammen verbunden ist. Produktion, Logistik, Verpackung, Transport, Arbeitskräfte, Zeit und Geld. Im Facebook werden fleißig Videos von Plastikinselnim Ozean geteilt und im gleichen Zug bestellt man bei fünf Online Shops auf Rechnung. Das passt in meinem Kopf einfach nicht zusammen und davon will ich kein Teil mehr sein. Ich muss auch teuflisch aufpassen, dass ich nicht die Soziale Blase aus den Nachhaltigen Menschen mit denen übereinen Haufen werfe, die nun einmal ihr Geld damit verdienen für Rabatte zu werben. Aktuell herrscht nämlich Reizüberflutung bei mir und die subjektive Wahrnehmung muss ich mit Vorsicht bewerten. Der Black Friday zeigt mir ganz deutlich, wie krass die Ansätze auseinander gehen können und wie sehr mich Werbung und Konsum eigentlich nerven. Es ist die Konzentration auf diesen besonderen Zeitpunkt, der mir bewusst macht was ja täglich stattfindet. Egal ob ich mich bei Facebook einlogge, durch die Stadt laufe oder Instagram besuche. Überall wird Werbung gemacht um bei uns den Wunsch zu wecken, etwas haben zu wollen. Egal ob es eine neue Mütze ist, die coolsten Sneakers oder eine fancy Acai Bowl, für die man nur in den Kühltruhe greifen soll. Das Konzept ist mir bewusst und es ist auch in Ordnung, dass geworben wird aber die schiere Masse, der man nicht entgehen kann, erschlägt mich geradezu.

Natürlich kann man richtig gut sparen und Weihnachten steht auch vor der Tür aber kauft man in dieser besonders beworbenen Zeit nicht sogar viel mehr, als man eigentlich wollte? Es kostest ja nur noch 80% vom normalen Preis also schlachtet man sein Sparschwein mit viel Erfolg! Ich habe mir einmal den Spaß erlaubt und nach Preisentwicklungen gesucht und, oh wunder, nicht jedes Angebot ist ein gutes Angebot. Wer hätte das gedacht? Verbraucherschützer und Statistiken weisen schon länger auf künstlich aufgeblasene Preise vor den großen Rabattaktionen hin. Dennoch knacken die Nahmhafte Onlineshopps immer wieder den nächsten Rekordumsatz und wickeln eine unfassbar große Zahl an Kauftransaktionen pro Sekunde ab. Die Server müssen ja förmlich glühen! Welcher Druck wird eigentlich an allen Stellen erzeugt? Die Werbekampagnen, die Kommunikation, das füllen der Warenkörbe und mit dem Bestellknopf ist es noch nicht getan. Es folgt der ganze Prozess bis zur Lieferung und dann folgen die Retouren, die Rückzahlungen und das Aufräumen. Bitte versteht mich richtig. Jeder darf für sich selbst entscheiden, ob er eine gezielte Rabattaktion mitmacht und sich einen guten Deal schnappt. Meine persönliche Wahrnehmung ist jedoch, dass wir wie beim Rattenfänger von Hameln zur Kasse geführt werden sollen.

Ich möchte kein Teil von diesem Hype sein und sage Danke, aber nein Danke!
Stellt euch vor es ist Black Friday und keiner geht hin?

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