Ein bisschen Smalltalk ist ja schon schön

Aber manche Menschen kennen einfach kein Ende!

Im Büro Alltag treffen ja die unterschiedlichsten Menschen auf einander und das hier ein Austausch abseits der Beruflichen Themen stattfindet ist für die Kultur der Kollegen ja eine tolle Sache. Mal nicht nur übers Wetter und die Köstlichkeiten der Kantine zu sprechen kann sehr erleuchtend sein. Gerne lässt man beim Einfordern der notwendigen Unterschriften oder Abgabe von geforderten Dokumenten ein paar Sätze über das letzte Fußballspiel, die aktuellen Staumeldungen an der Rheinbrücke oder eben doch etwas privaterer Natur los, wenn man sich schon besser kennt. Man fragt nach Kindern und Haus oder nach dem letzten Sportlichen Ereignis. Alles gut und schön, solange die Menschen ein Ende kennen und erkennen.

Hilfreich ist es, bei Smalltalk zu stehen, am besten auf dem Gang und im Weg, dann hat man gleich eine gute Ausrede, wieso man weiter muss. Oder auf dem Weg zum Klo, weil wer hat schon Bock auf ein Stelldichein neben Waschbecken und Kloschüssel? Niemand! Doof nur, wenn der Kollege zu mir kommt, dann auch gleich schon meine Unterlagen auf dem Schreibtisch zur Seite schiebt um sich auf selbigen zu setzten (absoluter HASS!!!) dann kündigt dies meist ein eher nerv tötendes weil nicht enden wollendes Gespräch über die Unsinnigkeiten seines Lebens an, die mich im Geringsten nicht interessieren und nur von der Arbeit abhält.

Wir üben heute den Leisen-Fuchs

Nun gilt es in der Bürolandschaft und auch in unserer Unternehmenskultur sich immer höflich, freundlich und mit Respekt zu begegnen. Also fällt ein „Ach erzähl’s doch der Hand!“ leider gänzlich weg. Auch wenn für mich persönlich, ein solcher Satz definitiv anwendbar und auch legitim ist, wenn sich besagter Smalltalkunendlichkeitskollegen mal wieder auf meinen Taschenrechner setzt und meine Kaffeetasse verstellt. Woher kommt immer dieser Drang, sich bei fremden Leuten Platz zu schaffen und auf Tische zu setzten? Keiner von denen würde jemals ohne Schuhe auf einem Tisch tanzen, also warum sich auf meinen Schreibtisch setzten? Beliebt ist mittlerweile auch mein Bücherregal da die liebe Schreibtischplatte ihren Dienst als Sitzgelegenheit quittiert hat und somit eigentlich als kaputt zu bezeichnen ist. Danke an die Ärsche diverser Kollegen für diese Leistung!

Aber ich schweife ab, was ja wiederum perfekt zum Beginn passt!

Es erfordert wie mir scheint ein gewisses Maß an Taktik um zu erkennen, wie viel Belabern wünscht mein Gegenüber? Einem Chef gegenüber fasst man sich eher kurz, immerhin möchte man nicht negativ auffallen oder als Schleimer gelten, zudem sind die Chefs sowieso immer unter Strom.

Ein (männlicher) Kollege, der sich auf Augenhöhe befindet oder sogar schlauer ist als einer selbst, ja bei dem hält man sich nicht lange auf, könnte peinlich werden und in einer Belehrung über das eigene Nichtwissen münden.

Aber die nette Kollegin, die die Kaffeeabrechnung macht, ja die hat Excel ja nur offen weil sie gerne Karos anschaut, der kann man ein Ohr abkauen! Von Fußball versteht die ja leider nichts, also kann ich mich nicht blamieren, aber auch nicht Fachsimplen, was erzähle ich ihr dann? Von meinem Hausbau oder Kindern? Ne dafür ist die zu jung! Von Politik? Ne, nachher wählt die noch die Piraten und weiß was Internet ist!

Ich hab’s! Ich erzähle Ihr von der strategisch ausgereiften Lage meines alten Büros, bei dem man jedem Wetter trotzend nur im leichten Hemd und über 15 Meter zur Kantine sprinten konnte, auch bei Regen ohne nass zu werden. Immerhin wird das ja zukünftig Ihr neues Büro sein und sie sollte schon wissen, dass Sie Ihren hübschen Schirm mit den Sternchen besser einmotten sollte. Ihren Einwand, das wir ja nicht so oft solche Regenstürme hätten, dass der Weg mit oder ohne Schirm zu bewältigen wäre ohne nass zu werden, den fege ich weg und erzähle Ihr die abenteuerliche Geschichte, wie ich einmal komplett in eine Regenpfütze gefallen bin und mich danach dann gleich daheim umziehen musste.

to much information

Ähm ja okay, danke für die Info, ich müsste dann mal weiter machen hier! Excel und so!

3 Kommentare

  1. Sehr geiler Post, I feel you! Mit zu viel Small Talk und vor allem zu viel Info richtig umzugehen ist im Büroalltag echt schwierig. Je nach Arbeitsklima quatsche ich zwar gern mal mit Kollegen über Privates, aber das sollte sich in gewissen Grenzen halten, sofern man nicht außerhalb der Arbeit miteinander chillt. Ich kenn da auch so eine Kandidatin, nicht nur ohne Punkt und Komma redet (mit mir, sich selbst, dem Computer und ihren zwei Handys) sondern dabei gern auch eine Story über ihre Liebschaft der Woche zum Besten gibt. TMI ohne Gleichen – da guck ich dann wohl so wie du auf dem letzten Bild 😉

  2. Haha top 😀 Ich hab mich köstlich amüsiert! Im Büro hab ich das zwar noch nicht erlebt, da ich bei meinem 1-monatigen Praktikum eigentlich nur nette Kollegen hatte. Bzw wir waren insgesamt halt 5 Leute, sind jeden Mittag zusammen essen gegangen usw. Da hat sich so ein beiläufiger Smalltalk nie ergeben.
    Aber allein in der Berufsschule ging mir das schon mega auf die Nerven. Ach was auch davor schon. Und eigentlich nicht nur innerhalb des Gebäudes. Auch draußen in der Stadt, auf Partys – überall lauern diese miesen Smalltalk-Nicht-Mehr-Weg-Geh-Menschen.
    Am meisten nervt mich das wohl, wenn man sich nicht wirklich kennt, aber die dann diese Zwangsgespräche mit "oh mein Gott wir müssen uuuunbedingt mal wieder was zusammen machen" zu Stande bringt. "Ähm, wir haben uns erst 1 Mal gesehen… aber gut!"
    Smalltalk ist gut. In einem gewissen Maß! 😀

  3. Sensationell! Ich musste mal richtig laut lachen! Danke für den tollen Artikel! Und nur so ein Tipp für den Fall, dass mal wieder jemand auf deinem Regal oder deiner Schreibtischplatte parkt. "Ich muss mal für kleine Kolleginnen!" ist immer eine tolle Ausrede, um aus allen Gesprächen rauszukommen! Nicht sonderlich elegant, aber mit Eleganz haben es die meisten Schwätzer ja eh nicht so… Hab einen schönen Arbeitstag!

    Liebste Grüße,
    Lia

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