Meine Reisetipps für Porto, die Schönheit am Duero

Mit wundervollen Eindrücken nach einer erlebnisreichen Woche in Lissabon bestiegen wir am Bahnhof Oriente einen Reisebus nach Porto. Was würde uns in dieser wohl Stadt erwarten? Richtige Vorstellungen und Erwartungen hatten wir eigentlich keine. Dort gibt es Portwein und Brücken, also lassen wir uns einfach mal überraschen. Diese Küstenstadt im Nordwesten Portugals hat sich als echtes Juwel gezeigt! Die Altstadt sowie das Kloster Serra do Pilar in Nova de Geia sind seit 1996 als Weltkulturerbe der UNESCO eingetragen. Besonders bekannt ist Porto für die sehr sehenswerten Brücken, von denen man einen tollen Ausblick auf die Stadt hat. Zum Bummeln lädt das mittelalterliche Viertel Ribeira mit seinen schmale, kopfsteingepflasterte Straßen mit Geschäften und Cafés ein, welches direkt am Flussufer des Duero liegt. Wir hatten fünf Tage für Porto eingeplant und konnten in aller Ruhe nicht nur die Stadt erkunden sondern auch eine Schiffsfahrt auf dem Duero und einen Ausflug an die Atlantik Küste unternehmen. Zeitgleich mit unserem Besuch war die Studentenfeier „Queima das Fitas“. Diese findet immer im Mai statt, dauert eine Woche und ist ein echtes Erlebnis. Gefühlt waren tausende von Studenten in den typischen schwarzen Umhängen unterwegs und in der ganzen Stadt wurde gefeiert. Sehr sehenswert! Leider wirkte es sich aber auch negativ auf die öffentlichen Verkehrsmittel aus. Uns haben die Studenten nicht gestört und wir haben eher über deren Rituale gestaunt.

Aussichtspunkte

Ponte Dom Luís I.
Eine atemberaubenden Blick auf Porto, das Stadtviertel Ribeira, den Duero, die Brücke Ponte Maria Pia und die Vila Nova de Gaia mit den Portweinkeller kann man von der Ponte Dom Luís I. erleben. Wir sind eher durch Zufall am ersten Tag direkt auf diese Brücke zugesteuert und es verschlug uns ehrlich den Atem. Mit einem solchen Stadtbild hatten wir nicht gerechnet und wurden direkt von Porto gefangen genommen. Das erste mal standen wir in der Abenddämmerung und bestaunten den beginnenden Sonnenuntergang. Neben Fußgängern wird die Ponte Dom Luís I auch von einer Metro Linie genutzt, mit der von São Bento direkt zum Jardim do Morro fahren kann. Ganz ehrlich, laufen ist auf dieser Brücke aber viel schöner und jede Tageszeit hat ihren eigenen Zauber. Die Morgensonne, strahlend blauer Himmel oder kleine Wolken bis hin zum Sonnenuntergang. Wir konnten den Ausblick in vielen Varianten genießen.

Jardim do Morro
Direkt an der Ponte Dom Luís I. befindet sich der Garten Jardim do Morro. Dieser Platz ist wie gemacht um sich am Abend zum Picknick mit Sonnenuntergang zu treffen oder ein kleine Pause am Nachmittags einzulegen und etwas in der Sonne zu entspannen. Es lohnt sich hier etwas Zeit zu verbringen und am Abend der Sonne beim Untergehen zuzuschauen. Hier findet man auch eine Station zur Seilbahn von Gaia. Diese verbindet die Weinkeller von Porto über eine Strecke von sechshundert Metern in etwa fünf Minuten mit dem Jardim do Morro .

Serra do Pilar Viewpoint
Neben dem Nonnenkloster Mosteiro da Serra do Pilar befindet sich der freizugängliche Serra do Pilar Viewpoint. Der Aufstieg ist zu Fuß kein Problem und es befinden sich am Aussichtspunkt angekommen viele Bänke unter Bäumen, die zum Verweilen einladen. Natürlich kann man wieder den Ausblick auf den Duero, die Ponte Dom Luís I., die Ponte. do Infante und die Altstadt genießen.

Miradouro da Vitória
Auf der Suche nach einem anderen Blickwinkel auf Porto führte unser Weg zum Miradouro da Vitória. Dieser kleine Aussichtspunkt ist an sich alles andere als schön. Eher ziemlich dreckig und kein Platz, an dem man gemütlich sitzen möchte. Dafür ist der Blick aber Gold wert! Nach ein paar Erinnerungsbildern haben wir diesen Platz auch recht schnell wieder verlassen. Erfreulicher Weise findet sich hier ein Baum, mit dem man einen ganz tollen natürlichen Rahmen im Foto unterbringen kann. Ein Ausblick mit blauem Himmel ist super, wenn man den Horizont um eine weitere Ebene durch einen paar Baum Äste mit Blättern ergänzen kann wird daraus direkt ein noch spannenderes Bild. Wesentlich schöner eignet sich dazu der Jardins do Palácio de Cristal. Leider lag bei unserem Besuch dort eine große Rauchwolke in der Luft. Daher konnte ich leider keine Fotos machen. Ich würde euch Abstecher dennoch dringend raten! Wir hatten einfach nur Pech.

Ribeira Square
Die Ribeira Square ist der historische Stadtteil von Porto und gehört zum UNESCO Weltkulturerbe. Durch enge und sehr verwinkelte Gassen führt der Weg durch die so typischen Häuser an das Ufer des Duero. Dort finden sich eine Vielzahl an Restaurants und Cafes. Wer eine Fahrt mit dem Boot unternehmen möchte findet hier viele Angebote um über den Duero bis hin zur Atlantik Mündung zu fahren. Auch ein Wassertaxi zur gegenüberliegenden Flussseite kann man für recht kleines Geld besteigen. Hier tummeln sich viele Touristen, Straßenmusikanten und Fotografen. Der Blick auf die Ponte Dom Luís I. und das Nonnenkloster Mosteiro da Serra do Pilar ist absolut sehenswert.

Sehenswert

Atlantik Küste
Die nahe gelegene Atlantik Küste wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Was schreit mehr Urlaub als ein Besuch am Meer? Auf Empfehlung unseres Gastgebers fuhren wir mit dem Bus zum Parque da Cidade do Porto. Dort angekommen setzten wir uns direkt ans Meer und beobachteten ein paar Surfer, ließen den Blick schweifen und redeten über Gott und die Welt. Wie im Flug vergingen fast zwei Stunden, eher wir uns zu Fuß an der Küste entlang auf dem Weg zur Mündung des Duero machten. Wir hätten uns auch Fahrräder mieten können haben uns dann aber dagegen entschieden, da es uns einfach zu windig war. Gemütlich mit vielen kleinen Fotostops liefen wir die Küste ab und kamen an Jardim da Foz, Praia da Luz und Farol Molhe do Douro vorbei. Die Atlantik Küste ist rau und steinig. Viele Felsen gilt es zu überwinden, wenn man ins Wasser möchte. Dazwischen finden sich immer wieder kleine Buchten zum Baden mit Strand. Zwischen den Felsen waren viele Muschelsammler unterwegs und wir sahen einige Männergruppen, die am Strand Karten spielten. Für die Rente könnte ich mir schlimmeres vorstellen.

Bahnhof Porto São Bento
Der innerstädtischer Eisenbahnhof Bahnhof Porto São Bento, der sich auf dem Gelände des früheren Klosters Mosteiro de São Bento de Avé-Maria befindet, ist ein echter Besuchermagnet. Architekt war José Marques da Silva. Besonders bekannt ist er jedoch für die zahlreichen Azulejos (quadratischen, bunt bemalten und glasierten Keramikfliesen) gestaltete Vorhalle des Malers Jorge Colaço. Gezeigt werden auf den 20.000 Azulejos vor allem Schlachtszenen.

Streetart
Wir sind Freunde von Streetart. Ganz besonders, wenn diese wirklich gut gemacht ist! Wenn man sich bei den Portweinkellern etwas in die hinteren Gassen begibt, dann wird man fündig. Besonder herausstechend ist der “Grabb It”. Es zeigt einen riesigen Hasen von dem portugiesischen Street Art Künstlers Bordalo Segundo aka Bordalo II. Mir haben aber auch die vielen Zeichnungen von portugiesischen Feuerwehr- und Müllmännern verdammt gut gefallen. Wir sind auf eine Treppe gestoßen, bei der jede Ebene mit einer anderen Szene verziert war. Mit etwas Abstand wirkt die Treppe dadurch als ein großes Bild. Sehr sehenswert!

Fliesen
Schon in Lissabon konnte ich so einige ganz besonders schöne Varianten von Fliesen entdecken und in Porto sind diese ebenfalls sehr typisch. Die portugiesische Bezeichnung ist „Azulejo“. Typisch sind die quadratischen, bunt bemalten und glasierten Keramikfliesen, das ihren Ursprung in Spanien und Portugal haben. Mir gefallen nach wie vor die strukturierten Fliesen am besten.

Sonnenuntergang über dem Duero
Für unseren letzten Abend wollten wir uns noch einmal den Sonnenuntergang vom Jardim do Morro aus anschauen. Das ich mein Herz an traumhafte Sonnenuntergänge verloren habe und diese so oft wie möglich mit meiner Kamera einfangen möchte konntet ihr schon häufiger sehen. Wie die Sonne hinter Porto versinkt und sich die Dämmerung über den Duero legt, die Lichter der Altstadt und die traumhaften Farben am Himmel waren einfach ein perfekter Abschluss.

Antiquariat Armazém
Auf dem Weg in die Altstadt haben wir das Antiquariat Armazém gestoßen. Eine alte Halle, die bis unters Dach vollgetopft ist mit Antiquitäten und zahlreichen Raritäten. Wir sind aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen. Vom original Louis Vuitton Reisekoffer über echtes Silberbesteck bis hin zu Tennisschlägern aus Holz und diversen Knöpfen kann man hier wirklich alles entdecken. Im Innenraum befindet sich ein Cafe, dass zum Verweilen zwischen diesen vielen Fundstücken einlädt. Wir bevorzugten den kleinen Garten vor dem Eingang und stießen mit Vino Verde auf den erfolgreichen Einkauf vom Mann an.

Essen

Bota & Bira
Das Essen in Portugal ist der Knaller! Porto hat uns definitiv noch einmal gezeigt, wie vielfältig die einheimische Küche sein kann. Die günstigen Preise sind auch hier einfach eine tolle Möglichkeit sich mal etwas zu gönnen. Gleich an unserem ersten Abend versuchten wir im Bota & Bira einen Tisch zu bekommen. Keine Chance! Ihr solltet dort unbedingt essen aber auch zwingend einen Tisch reservieren. Für uns hat es im dritten Anlauf geklappt. Wir haben das Black Angus mit Hot Potatoes und Süßkartoffeln bestellt. Ein Gedicht! Inklusive Tapas und Getränken haben wir 36 Euro bezahlt. Ein absoluter Tipp für alle Freunde von gutem Fleisch.

Richtig gut hat uns das gegenüberligende Conversas Vadias gefallen. Hier trifft Asien auf Portugal. Typische Tapas werden mit asiatischen Zutaten interpretiert. Ein echtes Feuerwerk der Geschmäcker! Wir haben es fast geschafft, die komplette Tapas Karte zu probieren und alles davon hat verdammt gut geschmeckt. Als Tapa des Tages gab es Falafel, die mich umgeworfen haben.

Ihr habt Bock auf verschiedenes und keine Ahnung, auf was ihr euch einigen sollt? Dann besucht den Food Corner. Von Salat über Pasta bis hin zu Burger oder Sushi ist hier für jeden etwas zu haben. Bestellt wird im entsprechenden Food Stand die sich über vier Ebenen verteilen. Ihr erhaltet dann einen Signalgeber, der euch darüber informiert, wenn euer Essen abhol bereit ist. Bei uns hat es super geklappt, dass wir zeitgleich essen konnten. Bei unserem Besuch war aber auch nur sehr wenig Betrieb. Dennoch finde ich das Food Corner eine schöne Abwechslung zur typischen Küche.

Eine lecker Wurst- und Käseplatte als Vorspeise und dann ein leckeres Sandwich, das herrlich zum Bier schmeckt erhaltet ihr im Lareira Baixa. Wir waren vom Essen super angetan! Zu unserer Freude wurde die Speisekarte mit Bildern anschaulich gemacht. Dennoch ist das Lareira Baixa kein Touristen Restaurant sondern ein beliebter Treffpunkt für Einheimische.

Hinkommen und Rumkommen

Wir sind von Lissabon mit dem Bus (20 Euro pro Person nach Porto gefahren. Das war um einiges günstiger als mit dem Zug (ca. 40 Euro pro Person). Informiert habe ich mich hier: Von Lissabon nach Porto mit dem Bus oder Zug. Die Fahrt war sehr komfortabel und dauerte nur knapp 3 Stunden. Vom Busbahnhof in Porto sind wir dann mit dem Taxi zu unserer Unterkunft gefahren. Im Bus wurde auch WLAN angeboten, welches jedoch wie so gut wie überall in Portugal nur sehr schwach war. Ich habe einfach den Blick auf das ländliche Portugal genossen.

Bei der Reiseplanung habe ich die Flugpreise von Frankfurt nach Lissabon und Porto verglichen und in unserem Fall war es die bessere Variante, von Frankfurt nach Lissabon und dann von Porto zurück nach Frankfurt zu fliegen. Der Flughafen in Porto ist super modern, aufgeräumt und übersichtlich. Bei der Gepäckaufgabe bei Ryanair mussten wir leider ziemlich lange warten. Der anschließende Sicherheitscheck lief dafür umso schneller und reibungslos.

In Porto sind öffentliche Verkehrsmittel mit Bus und Metro vorhanden. Die Buslinien bilden ein gutes Netz über die gesamte Stadt und es ist ratsam dem Fahrer deutlich zuwinken und den Fahrplan als Empfehlung zu sehen. Eine Verspätung ist im dichten Stadtverkehr wohl einfach nicht zu vermeiden. Während der Queima das Fitas kann es jedoch zu erheblichen Einschränkungen bei den Bussen kommen. Zum Teil sind diese im inneren Stadtkern gar nicht mehr gefahren. Alternativ kann man sich ein Taxi nehmen. Diese sind sehr günstig.

Unterkommen

Übernachtet haben wir im Garden Court Guest house. Wenn ihr einmal nach Porto fahrt, dann solltet ihr ganz dringend dort übernachten! Es sind 8 Zimmer vorhanden, die alle neu renoviert und super eingerichtet sind. Der Gastgeber selbst ist eine Seele von Mensch! Er war 10 Jahre lang Steward bei der British Airways und ist mit Leib und Seele Gastgeber. Wir wurden freundlich empfangen und kurz herumgeführt. Für das Frühstück konnten wir zwischen Englisches Frühstück, Lachs, Eiern in jeder Variante und Pancakes wählen, die er uns direkt am morgen frisch zubereitet haben. Ein feines Buffet stand ebenfalls zur Verfügung. Ich habe noch nie erlebt, dass meine Kaffeetasse mit heißem Wasser vorgewärmt wurde, damit mein Kaffee nicht so schnell auskühlt. Wir haben für 5 Nächte inklusive Frühstück gerade einmal 400 Euro bezahlt. Viele Fotos habe ich vom Garden Court Guest house nicht gemacht und kann euch versichern, es sieht genauso aus, wie auf den Fotos bei Booking!

#einfachnurporto
Wie ihr sehen könnt, hat Porto ganz schön viel zu bieten und bei weitem passt nicht alles in einen Beitrag! Mir war es wichtig euch unsere Highlights zu zeigen. Wir sind wie so oft mit Tripadvisor losgezogen und haben einen groben Plan festgelegt. Über die meisten Sehenswürdigkeiten sind wir aber ganz automatisch gestolpert. Ihr müsst also nicht befürchten, etwas zu verpassen sondern werdet eher davon überfordert sein, wie viel es auf einmal zu sehen gibt. Der Stadtkern von Porto ist nicht sehr groß und zu Fuß schnell erobert.

Mein Fazit

Wir haben uns in Porto direkt richtig wohl gefühlt. Es sind im Vergleich zu Lissabon deutlich weniger Touristen unterwegs, was es angenehmer macht, die Stadt zu erkunden. Sprachlich sind wir mit Englisch wieder gut zurecht gekommen aber zur Not ging es auch mit Händen und Füßen. Neben der nahe gelegenen Atlantik Küste hat das Essen neben dem atemberaubenden Ausblick auf die Altstadt unser Herz im Sturm erobert. Ich würde euch einen Aufenthalt von ca. 3 Tagen empfehlen. Wir verbrachten 5 Tage in Porto und hatten somit mehr als genug Zeit übrig.

2 Kommentare

  1. ich war auch erst in Lissabon und dem Süden Portugals und es hat mir wirklich so unfassbar gut gefallen muss ich sagen 🙂 Deine Bilder sehen auch wundervoll aus 🙂 xx

    • Den Süden von Portugal haben wir uns leider nicht angeschaut. Faro muss wahnsinnig schön sein 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.