Meine Reisetipps für Lissabon, die Perle am Atlantik

Die portugiesischen Hauptstadt Lissabon hat mit ihrem besonderen Zauber einen Platz in unserem Herzen erobert. Ihr absolutes Markenzeichen ist das hügeligen Gelände und die wunderschöne Altstadt, die sich mit ihren unzähligen kleinen Gassen an das Ufer des Tejo bis an die Atlantikküste erstreckt. Über der Stadt thront das imposanten Castelo de São Jorge und die Hängebrücke Ponte 25 de Abril erstreckt sich über den Tejo. Lissabon wir auch das europäische San Francisco genannt und wir können verstehen warum. Die Ähnlichkeiten sind vorhanden und das ist kein Wunder, schließlich gehörten die Portugiesen zu den ersten Siedler in der neuen Welt und haben eben ihre Bauweise mitgebracht. Wir haben sechs Tage in Lissabon verbracht und uns viel Zeit bei der Erkundung gelassen. Viele Wege haben wir zu Fuß zurückgelegt und jede Gelegenheit genutzt, um den Ausblick auf die Stadt gemütlich auf einer Parkbank sitzend auf uns wirken zu lassen. Das Preisniveau in Lissabon hat unsere Reisekasse sehr geschont und wir haben selten so günstig Urlaub gemacht. Leider ist dies darauf begründet, dass es wirtschaftlich um Lissabon nicht sehr gut gestellt ist. Viele Gebäude stehen bis auf die Geschäfte im Erdgeschoss leer und die Bausubstanz wirkte auf uns eher marode. Der Massentourismus trägt leider seinen Teil dazu bei, dass es in den Straßen immer enger zugeht und Müll am Straßenrand zum Stadtbild gehört. Besonders die Tuk Tuks sind zwar bei den Touristen sehr beliebt, um an einem Tag alle Sehenswürdigkeiten bequem zu erreichen, wohingegen diese bei den Locals auf absolute Ablehnung stoßen. Sehr unangenehm sind auch die vielen Bettler und Drogendealer auf der Straße, die einen direkt ansprechen. Diese Schattenseiten lassen sich jedoch wohl nicht vermeiden, den wo Touristen sind, da gibt es Geld. Wir haben nach kurzer Zeit diese Orte in der Stadt vermieden und sind lieber in den abgelegenen Gassen auf Entdeckungstour gegangen, was sich als goldrichtig erwiesen hat. Meine Reisetipps für diese kleine Perle am Atlantik möchte ich gerne mit euch teilen. Vielleicht stecke ich euch an!

Aussichtspunkte

Das besondere an Lissabon sind die vielen Hügel und die zahlreichen Aussichtspunkte, um den Blick über die Altstadt mit ihren pastellfarbenen Häusern, die Tejomündung und die Hängebrücke Ponte 25 de Abril bis hin zur Cristo Rei Statue schweifen zu lassen. Der Klassiker ist ganz klar das Castelo de São Jorge. Eine alte eine Festungsanlage mit integrierter Burgruine für die man früh aufstehen sollte. Die Schlange vor dem Eingang ist gegen Mittag unfassbar lange geworden. Wir sind glücklicherweise gleich auf 9 Uhr (Öffnungszeit 9 bis 18 Uhr) hingegangen und haben 8,50 Euro für den Eintritt bezahlt. Der Ausblick über die Stadt ist wirklich sehr schön und man kann durch die Burgruine gehen und bekommt einen guten 360° Blick über Lissabon.

Ein weiteres Highlight ist der Elevador de Santa Justa der ebenfalls eine Aussichtsplattform zu bieten hat. Diese kostet 1,50 Euro Eintritt. Wir hatten wirklich Glück und waren fast alleine auf der Plattform. Auch hier bilden sich sehr lange Schlangen von Touristen, die mit dem berühmten Aufzug fahren und die Aussicht genießen wollen. Er verbindet den Stadtteil Baixa mit dem höher gelegenen Stadtteil Chiado und spart dem Nutzer zahlreiche Treppenstufen.

Der Miradouro da Senhora do Monte wird als einer der weniger besuchten Aussichtspunkte beschrieben. Von einem schönen Garten kann man den Blick direkt auf den Tejo werfen. Wir habe auch diesen Berg zu Fuß erobert und freuten uns über etwas Schatten und ein Bier zur Belohnung. Richtig schön sind aber auch Miradouro Sao Pedro de Alcantara und Miradouro da Graça die zum Verweilen eingeladen haben. Man kann sich ein kleines Picknick und ein kühles Bier kaufen, es sich im Schatten der Bäume bequem machen und den Blick auf die Stadt wirken lassen. Etwas Entschleunigen und den beanspruchten Waden eine Pause nach dem langen Aufstieg gönnen.

Auf dem südlichen Ufer des Tejo befindet sich die Cristo Rei Statue. Von ihren Füßen aus kann man wundervoll auf Lissabon schauen. Wer keine Höhenangst hat, der kann sich auf auf die Aussichtsplattform auf der Cristo Rei Statue wagen. Uns war es jedoch zu windig und so setzten wir uns gemütlich auf eine Bank, frühstückten eine Kleinigkeit und genossen einfach nur den Ausblick.

Sehenswert

Lissabon ist übersät mit Sehenswürdigkeiten, historischen Gebäuden, Brunnen und wunderschönen Häusern. Am besten startet man einmal vom Bahnhof Cais do Sodré per Fuß und erkundet die historische Innenstadt. Besonders gefallen haben uns die Stadtteile Alfama, Bairro Alto, Baixa und Chiado. Wir sind meist mit der Metro zu einem Ausgangspunkt gefahren und haben uns dann durch die Straßen und Gassen treiben lassen. Als Orientierung haben wir uns immer in Richtung Tejo bewegt. Man biegt um eine Ecke und steht völlig alleine in einer Gasse, die übersät ist mit Blumenkästen. Um die nächste Ecke steht vielleicht eine Frau und verkauft dir einen Schnaps. Man erhascht einen Blick in offene Haustüren und läuft unter Balkonen hindurch, auf denen die Wäsche hängt und die ganze Gasse reicht nach frischgewaschenem Bettlaken.

Die berühmten Fließen von Lissabon könnt ihr bei den Streifzügen durch die Stadt gar nicht übersehen. Viele Häuserfronten sind zum Teil oder sogar komplett mit einer Fliesenart bestückt. Besonders gefallen haben uns die geprägten Fliesen, die jedoch eher selten vorkommen.

Auf dem Gelände einer ehemaligen Textilfabrik befindet sich die LX Factory. Eine kreative Insel mit vielen Pop-Up-Stores, Künstlerbedarf, Streetart, Shopping Möglichkeiten aber auch Kaffees und kleinen Restaurants. Wir haben uns an diesem Ort besonders wohl gefühlt und sind gerne um die alten Gebäude gelaufen und haben einen Blick in die vielen unterschiedlichen Läden geworfen. Viel Handmade, Kreativität aber auch eine wunderbare Roof Top Bar, mit Blick auf den Tejo, wo man den Sonnenuntergang mit einem leckeren Cocktail genießen kann, sind hier zu finden.

Essen

Das Essen in Portugal ist schwer und nicht unbedingt ausgewogen. Fleisch, Kartoffeln und Brot dominieren den Speiseplan und man bekommt überall für günstiges Geld ein leckeres Bifana (Schweineschnitzel im Brötchen zum Beispiel im O Trevo). Für die Zuckerschnuten locken an jeder Ecke die berühmten Pastéis de Nata (Puddingtörtchen von Manteigaria oder im berühmten Pasteis de Belem), die man einfach gegessen haben muss! Wer jedoch etwas die Augen aufhält in den Gassen oder sich im Internet schlau macht, der findet richtig gute Restaurants mit einer leckeren Auswahl an Tapas und traditioneller Hausmannskost. Um ein Land kennen zulernen gehört für mich die landestypische Küche einfach dazu. So probierten wir Enten Kroketten, Hähnchen Frango, Oktopus Salat, geschmorte Kalbsbäckchen und die portugiesische Käse Auswahl.

Hähnchen Frango- Zubir Churrasqueira

Bifana – O Trevo

Sandwich und Pasteis de Belem

Der Portugiese nimmt zum Frühstück traditionell einen schnellen Kaffee (in Lissabon „bica“ genannt) zu sich und ein süßes Teilchen. Gerne auch einen Kirschlikör namens Ginja. Für ein schnelles Frühstück auf die Hand finden sich zahlreiche kleine Bäckereien. Wer es etwas gemütlicher haben möchte, dem kann ich Brooklyn und das Brick Cafe Lisboa ehrlich empfehlen. Beides sind etwas moderne Locations und die Preise sind zwar günstig aber dennoch im direkten Vergleich zu den kleinen Bäckereien etwas teurer. Dafür erhält man eine leckere Auswahl und das Frühstück gleicht dem, was ich aus Karlsruhe und Berlin kenne und bevorzuge.

Sandwich, Jogurth und Kaffee im Brick Cafe Lisboa

Der Brooklyn Brunch im Brooklyn

Für einen gemütlichen Abend in schöner Umgebung und mit richtig leckerem Essen kann ich euch das Distinto sehr empfehlen! Wir sind spontan zum Mittagessen dort gelandet und die Speisekarte hat uns so gut gefallen, dass wir noch ein zweites Mal am Abend gekommen sind um die Tapas auszuprobieren. Es ist in Portugal absolut üblich sich mehrere Tapas und einen Hauptgang zu teilen. Wir wollten jedoch möglichst viele Tapas probieren und haben von Spargel über Käse bis hin zu Muscheln bestellt, worauf wir Lust hatten. Alles war sehr lecker und der Vinho Verde hat mir ebenfalls gut gefallen. Käseliebhaber werden den Queijo amanteigado umwerfend finden!

Queijo amanteigado

Hinkommen und Rumkommen

Wir sind günstig mit Ryanair ab Frankfurt am Main nach Lissabon geflogen. Zuerst hatte ich auch überlegt direkt ab dem Baden Airpark zu buchen aber die Flugzeiten waren für uns schlicht nicht passend und ich traue dem Flughafen in Frankfurt ein besseres Krisenmanagement zu. Geparkt haben wir wieder in einem der Airparks und wurden mit dem Shuttle Bus am Terminal 1 abgesetzt. Für 12 Tage parken haben wir 60 Euro bezahlt inklusive dem Shuttle zum Flughafen. Unser Flug ging um 06:40 Uhr in Frankfurt los und wir waren dann nach knapp 3 Stunden Flugzeit um 08:50 Uhr Ortszeit in Lissabon. Da wir unsere Wohnung erst gegen 13 Uhr beziehen konnten gönnten wir uns ein Bier, Kaffee und etwas WLAN am Flughafen ehe wir mit der Metro in die Stadt gefahren sind. Taxi fahren in Lissabon ist ziemlich günstig und ist neben der Metro eine echte Alternative um schnell von A nach B zu kommen. Der Flughafen von Lissabon liegt sehr nah am Stadtzentrum. Uns war jedoch die Schlange am Taxistand zu lang und wir entschieden uns dann für die Metro. Das Ticket für eine Einzelfahrt hat 1,45 Euro gekostet. Die Metrokarte konnten wir in den folgenden Tagen weiter verwenden und mit Einzelfahrten oder 24 Stunden Tickets aufladen. Wir haben uns meist nur ein 24 Stunden Ticket für Carris/Metro für 6,30 Euro gekauft. Nicht enthalten sind dabei die Trams und die Fähre. Für den Ausflug zur Cristo Rei Statue haben wir dann das 24 Stunden Ticket Carris/Metro/Transtejo (Cacilhas) für 9,35 Euro gekauft. Damit konnten wir auch die Fähre kostenlos nutzen. Auf der anderen Uferseite mussten wir dann jeder noch einmal 3 Euro für die Busfahrt (1,50 Euro kostet die Einzelfahrt) bezahlen. Hier findet ihr die Übersicht der verschiedenen Tickets. Solltet ihr bequem zur Cristo Rei oder auch nach Belém fahren wollen, dann gönnt euch ein Taxi! Natürlich ist der Preis für die Busfahrt sehr günstig, aber die Busse sind dementsprechend voll mit Touristen. Gerade als wir nach Belém wollten wurde es sehr schwer am Bahnhof Cais do Sodré überhaupt in die öffentlichen Verkehrsmittel einzusteigen, da hier die meisten Touristen einsteigen wollen. Wir sind dann den Schienen gefolgt und eine Station vor Cais do Sodré in einen Bus gestiegen. Dennoch war die Fahrt sehr unangenehm, da wir fast eine halbe Stunde dicht gedrängt stehen mussten. Beim nächsten mal gönnen wir uns aber auf jeden Fall ein Taxi. Für einen Abstecher zum alten Expogelände haben wir für das Taxi 8 Euro bezahlt. Der Grundpreis für eine Fahrt liegt bei 3,90 Euro. Anschließend bewegt sich das Taxameter gefühlt gar nicht mehr und der Fahrer drückt das Gaspedal bis in den Boden durch. Wenn ich richtig informiert bin, dann springt der Taxameter nämlich nicht wie bei uns auf Zeit um, wenn das Taxi steht. Also ist jeder gefahrene Kilometer in kürzester Zeit für den Taxifahrer bares Geld. Man kommt schnell ans Ziel, fürchtet nur ein wenig um sein Leben und bei einem coolen Fahrer bekommt man gleich noch ein paar Tipps für den Ankunftsort. Die meisten Wege haben wir aber wie immer zu Fuß erledigt. Lissabon ist berühmt für seine Hügel, Treppen und steilen Gassen. Zu Fuß kann man auch die engste dieser Gassen erkunden und alles möglich entdecken. Packt also auf jeden Fall gute Schuhe ein! Das Kopfsteinpflaster ist auch oft etwas tückisch, uneben und man kann schnell mal den Halt verlieren.

Unterkommen

Lange habe ich nach der passenden Unterkunft gesucht. Ein Hotel mit Frühstück war in der Reisezeit vom 29. April bis 05. Mai sehr teuer, da es die Woche vor dem Beginn des Eurovision Song Contest war. Wir haben dann das Experiment mit Airbnb als Mitbewohner eines Locals gewagt. Beherbergt hat uns Rafael in seinem Schlafzimmer und wir durften neben dem Bad auch die Küche mitbenutzen. Wir haben pro Nach knapp 50 Euro bezahlt, da er mit seinem Freund ebenfalls in der Wohnung war. Es war für ihn auch das erste mal, das Leute bei ihm wohnen und er ebenfalls vor Ort ist. Daher haben wir weniger pro Nacht bezahlt. Sonst kann man seine Wohnung komplett mieten und neben dem Schlafzimmer auch das Wohnzimmer nutzen. Einzig sein Kleiderzimmer ist dann unzugänglich. Er hatte übrigens einen verdammt coolen Stil! Die Wohnung mit ihrem Ausblick, der geschmackvollen Einrichtung und dem wundervollen Fußboden war ein echter Traum. Die beiden Jungs haben wir sehr höflich erlebt und kamen abends gerne ins Gespräch. In unserem Zimmer erwartete uns eine kleine Infokarte, auf der uns Rafael nicht nur seine Handynummer sondern auch die nahe gelegene Metro Station und ein paar Locations zum Frühstücken und für Cocktails zusammengestellt hatte. Die Metro Station Anjos lag nur wenige Gehminuten entfernt. Diese Wohnung war somit bestens als Ausgangsposition geeignet um Lissabon zu erkunden.

Mein Fazit

Lissabon ist eine wundervolle Stadt, mit so vielen unterschiedlichen Facetten die man einfach besuchen sollte. Wer sich etwas abseits der bekannten Touristen Spots bewegt kann sich nicht nur über leere Gassen freuen sondern kommt auch in Kontakt mit den Locals und kann in richtig coolen Restaurants und Kneipen landen. In den meisten Fällen sind wir mit Englisch richtig gut klar gekommen und zur Not wurde mit Händen und Füßen geredet. Die Portugiesen sind sehr gastfreundliche, überaus hilfsbereite und höfliche Menschen. Wir sind schnell mit ihnen ins Gespräch gekommen und schätzen ihren Lebensstil deutlich entspannter und bewusster ein. Der Mix aus Altstadt, lebendigen Straßen und grünen Oasen mit wundervollem Blick über die Stadt auf den Tejo haben uns gefangen genommen. Anfang Mai war das Wetter perfekt für einen Stadturlaub. Ab Juni wird es in den Straßen nicht nur heiß sondern auch voll. Wer in der Nebensaison fahren kann, der sollte das auch unbedingt machen. Ich würde euch empfehlen ungefähr 3 bis 4 Tage einzuplanen um Lissabon in Ruhe kennenzulernen.

4 Kommentare

  1. oooh, ich habs schon so gefeiert, euch auf instagram zuzusehen und die eine oder andere ecke mit eigenen erinnerungen wiederzuerkennen. der bericht war jetzt noch mal wie ein viertelstüdiger kurzurlaub 🙂 vielen dank!

    • ein viertelstüdiger Kurzurlaub klingt super 🙂 Es freut mich, dass ich dich mir zurück nach Lissabon nehmen konnte!

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