Meine Trauer blockiert mein Leben

Mein Kopf ist ein verfluchter Sieb! Konnte ich früher Dinge anpacken, umsetzten und durchziehen, so bin ich heute faul, träge, vergesslich und zu meinem großen Leid einfach viel zu oft unproduktiv. Eine innere Blockade hält mich von allem ab. Mehr als herumliegen, To Dos verschieben und mich mit Netflix zu berieseln schaffe ich an so vielen Tagen einfach nicht. Morgen, morgen, nur nicht heute! Was mich früher die Wände hochgetrieben hat ist mein neues Mantra geworden. Sich eine Pause zu gönnen und mal langsam zu machen ist ja gut und schön, aber wo finde ich diese dauerhaft gedrückte Stop-Taste und kann endlich wieder auf „Go“ umstellen? Ich bin nur noch genervt von mir selbst. So viele Ideen, die ich anfange aber nie weiter verfolgen oder gar umsetzten kann. Ein Blick auf meine Themenliste für den Blog spricht Bände! Da stehen so viele wunderschöne Ideen, die ich gerne umsetzten will! Bei unserer Florida Reise stecke ich gerade im Stau auf dem Overseas Highway fest. Nach einer wundervollen Kreuzfahrt und Lissabon steht ganz dick Porto auf meinem Zettel, damit ich dann endlich aus dem Stau herauskomme um Key West Revue passieren zu lassen. Da war doch auch dieser grandiose Fotowalk mit Citifari in New York, bei dem ich tolle Fotos gemacht habe und den ich euch dringend ans Herz legen muss!

Woher diese Blockade kommt kann ich ziemlich genau sagen. Es ist der gleiche Auslöser, der meine komplette Energie verschlingt und meine gute Laune auf ein dramatisch niedriges Maß drückt. Damit das nicht passiert wollte ich eigentlich Worte finden, meine Gedanken auf Papier bannen und mich selbst befreien. Die Umsetzung ist für mich ein Ding der Unmöglichkeit geworden. Trauer ist ein Monster. Sie nimmt dir so viel weg und verändert alles. Auf Glücksgefühle folgen bittere Tränen. Auf dem Weg zum Flughafen weine ich mir die Seele aus dem Leib. Still leide ich vor mich hin, weil ich keine Worte finde. Stunden könnte ich am Grab meiner Mutter sitzen und mit ihr sprechen, den Mut dazu finde ich nicht oft genug. Mein rechtes Knie versagt mir direkt am Grab leider schon den Dienst und ich habe körperliche Schmerzen, die sich erst nach Stunden wieder lösen. Die Besuche bei Freunden und Abwechslung vom Alltag geben mir Kraft. Die Besuche bei meiner Familie nehmen mir leider oft Kraft. Ich fühle mich zerrissen zwischen allem und halte still.

Meine Belastungsgrenze ist ein schlechter Witz geworden! Wenn ich jetzt Feuer und Flamme für eine Idee bin, dann liege ich in wenigen Minuten vielleicht mit einem Gefühl von Überforderung und Leere auf dem Sofa. Außer Stande das zu machen, wofür ich doch soeben noch gebrannt habe. Nicht mehr in der Lage überhaupt noch etwas zu machen, der Tag ist quasi gelaufen. In meinem Job ist das alles noch im grünen Bereich und ich kann meine Aufgaben erfüllen. Ich nehme viel positives mit nach Hause und glaube, mich noch einmal sehr entwickelt zu haben. Sobald ich jedoch zu Hause bin fällt das Kartenhaus zusammen. Einkaufen gehen, kochen? Allein die Frage nach Essen ist für mich ein unlösbarer Knoten. Fotos bearbeiten? Sobald der Schweinehund überwunden ist klappt das mit meinem Lightroom Workflow erstaunlich gut und macht Freude. Texte schreiben? Wüste im Hirn! Mir fehlt der Drive, der rote Faden und dieses innere Gefühl, in die Tasten hauen zu müssen. Klassische Schreibblockade nehme ich einmal an. Mit ein paar Tricks versuche ich mich selbst zu überlisten. Ich blockiere mir einen Abend für einen ganz bestimmten Blogbeitrag. Am Ende mache ich alles und nichts. Damit der Blog nicht leer bleibt schiebe ich „einfache“ Themen dazuwischen und ermogle mir Zeit von mir selbst. Klingt verrückt! Die großen Brocken sind Porto und Florida. Beides will ich unbedingt umsetzten. Nicht für euch, nur für mich!

Damit ich weiterkomme muss ich diese Blockade lösen. Wie ein Bleimantel legt Sie sich spürbar über alles. Meinen Kopf, meine Hände, meine Gedanken. Alles ermüdet mich und ist mir zu viel. Es mag ja richtig und wichtig sein, dass ich diese Phase durchlebe aber ich habe auf gut deutsch sowas von die Schnauze voll! Ich will das Leben und die Energie zurück, die verrückten Ideen und Lachanfälle, die lustigen Gedanken und die schnellen Finger, mit denen ich meine Worte aufschreiben konnte. Ich muss den Kampf aufnehmen und mich Stück für Stück zurückkämpfen. Für mich ist es ja in Ordnung, wenn ich mich von Dingen befreie, die ich früher gemacht habe aber gar nicht wirklich wollte. Alte Zöpfe abschneiden ist immer eine gute Sache. Aber ich weiß ziemlich genau, was ich für mein Leben zurück haben will und das soll verdammt noch mal jetzt wieder da sein! Meine Geduld ist ehrlich am Ende. Der Schlüssel zu allem liegt irgendwo in mir selbst, ich muss nur endlich vom Sofa hochkommen und ihn finden…

PS: Wenn einer von euch eine Schere hat um dem Knoten zu lösen, die nehme ich gerne!

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