Du bist was du isst – meine Ernährung

Früher habe ich mir über mein Essen nur wenige Gedanken gemacht. Weder darüber, ob ich ausgewogen esse noch darüber, wie mein Essen produziert wird. Als ich in meine erste eigene Wohnung gezogen bin hat sich das nicht geändert sondern wurde eher noch schlechter. Für mich alleine zu kochen war mir zu aufwendig und mit dem Leitspruch „Gekauftes Essen schmeckt viel besser“ besuchte ich regelmäßig den örtlichen Döner oder hielt mich mit nächtlichen Tortellini alla panna und TK Pizza über Wasser. Ein Salat oder Feta im Ofen war für mich schon große Kochkunst. Als ich mit Pabschd zusammen gekommen bin, hat er das Kochen für uns beide übernommen. Erst vor wenigen Jahren begann ich mich mit meiner Nahrung auseinander zu setzten. Die Impulse kamen zum einen über die Fülle an Foodblogs, die ich entdeckt habe und dem Wunsch, mein Gewicht zu reduzieren und mein Hautbild zu verbessern. Ich begann mich mit Rezepten zu beschäftigen und lernte nicht nur das Obstregal neu kennen sondern die Vielfalt an Gemüse. Zu Beginn war ich jedoch sehr überfordert und durch die mangelnde Übung beim Kochen fiel es mir schwer, die jeweilige Zubereitung einzuschätzen. Die Besorgung aller Zutaten war nicht immer ganz leicht und leider habe ich vieles nach einmaliger Benutzung wieder weggeworfen. Bei meinem ersten Hummus hatte ich viel zu viel Sesampaste übrig und nach ein paar Monaten warf ich diese schweren Herzens weg. Zu meiner Lernkuve gehörte herauszufinden, was ich gerne und häufig essen mag, welche Zubereitungsart mir liegt und welche Gewürze sinnvoller Weise in unseren Vorratsschränken einen Platz finden sollten. Ich koche mittlerweile zwar ganz gerne aber am liebsten einfach und ohne viel Schnick Schnack. So meide ich bei Kuchenrezepten zum Beispiel alle Arten von Eiern getrennt verarbeiten und Unterheben. Ein Handrührgerät findet sich in unserer Küche genauso wenig wie eine Mikrowelle. Für mich ist das aber absolut in Ordnung!

Shakshuka und Pita

Ich liebe jede Art von Ofengemüse, richte mir abends gerne ein Oatmeal im Glas her und werfe leidenschaftlich gerne alle Reste aus dem Kühlschrank auf eine Portion Couscous oder Bulgur, um damit eine abwechslungsreiche Bowl zu zaubern. Mittlerweile stehen Obst und Gemüse auf meinem Speiseplan ganz weit oben und ich teste immer mal wieder neue Sorten aus. Vor kurzem habe ich mich an eine rohe Rote Beete getraut und habe diese im Ofen gemeinsam mit Kartoffeln und Karotten zubereitet. Das war wirklich lecker und ruck zuck zubereitet! Immer mal wieder mache ich mir auch Gedanken darüber, ob ich nicht komplett Vegetarisch und zum großen Teil vegan leben möchte. Wenn ich mir mein Essen der letzten Wochen anschaue, so findet sich dort kaum noch Fleisch. Es ist nicht so, dass ich entschieden habe darauf zu verzichten aber ich möchte keine billige Pizza mit Salami mehr oder verwende lieber einen Gemüseaufstrich anstelle von Wurstaufschnitt auf meinem Brötchen. Im großen und ganzen verzichte ich bei meiner täglichen Nahrung auf Fleisch und gerade günstige oder verarbeitete Lebensmittel habe ich weitestgehend gestrichen. Nachdem ich mir einige Dokumentationen rund um das Thema Lebensmittel Produktion angeschaut habe kann ich es nicht mehr mit mir vereinbaren, günstige Fleischprodukte zu kaufen. Es gibt ein paar Gerichte mit Fleisch, auf die ich nicht ganz verzichten möchte. Diese gehören aber nicht zu meinem normalen Speiseplan und sind eher die Ausnahme. Ich esse also Fleisch, aber das bewusst, mittlerweile sehr selten und in kleinen Mengen.

Pastrami-Sandwich || Fettschmelze Karlsruhe

Bei Milcherzeugnissen bin ich auch zurückhaltender geworden. Hauptsächlich weil ich für mich festgestellt habe, dass mein Magen mit zu viel Milch nicht klar kommt. Vielleicht liegt es an der gesamten Umstellung meiner Ernährung oder an zu viel Kaffee mit Milchschaum, jedenfalls esse ich nur noch sehr wenig Milchprodukte. Komplett auf Käse verzichten möchte ich aber nicht. Ich wäre eine super Maus geworden denn Käse schmeckt mir viel zu gut! Ich esse aber nicht mehr den günstigen Schnittkäse sondern kaufe lieber ein komplettes Stück und schneide davon etwas ab. Meist reicht mir dann auch ein ziemlich kleines Stück aus, um meine Käselust zu befriedigen. Parmesan ist bei uns auch immer zu finden und ich liebe ihn nicht nur bei Pastagerichten sondern auch auf Ofengemüse. Dagegen habe ich die für meinen Kaffee ganz leicht durch Reis Drink ersetzt und trinke ihn nun seltener mit Milch. Joghurt oder Quark habe ich auch schon sehr lange nicht mehr gegessen und kaufe diesen nur für Kuchenrezepte oder Dipps wenn wir Grillen oder Kartoffeln mit Quark essen möchten. Eins der absoluten Lieblingsessen von Pabschd.

Veganes Chili sin Carne

Die Umstellung bei meinem Essen kam langsam, Schritt für Schritt und fühlt sich richtig an. Hauptsächlich ernähre ich mich vegetarisch und oft sogar vegan. Dabei habe ich nicht das Gefühl, das mir etwas „fehlt“ sondern finde die Vielfalt spannend. Mit meinem aktuellen Essverhalten fühle ich mich rundum wohl. Ich habe mehr Energie, bessere Haut und das Gefühl, meinem Körper etwas gutes zu tun. Es bereitet mir Freude einen bunten Teller voller Gemüse vor mir stehen zu haben und mir als Snack Obst mit Nüssen zu gönnen. Ich bin auch ehrlich zu mir selbst, es gibt Ausrutscher! Wenn wir auf der Autobahn unterwegs sind, dann landen wir auch mal beim Mc Doof oder ich esse in der Kantine einen Salat mit Joghurtdressing. Manchmal überkommt mich auch die unbändige Lust auf einen Ofenkäse, Schokolade oder Käsekuchen. Das ist für mich aber auch absolut in Ordnung! Das alles sind Ausnahmen, die selten vorkommen und auch immer weniger werden.

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